Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

216

Besitz. Zweite Abtheilung. §. 9.
d) Grundgerechtigkeiten im Sinn des titul. 21.
§- 10.
Man wird leicht gewahr, daß nach diesen verschiedenen
Abtheilungen mehr oder weniger Einschränkungen siatt-
finden können, ohne den Verkehr unter den Menschen
zu stören oder lästig zu machen, so wie es nach der
Wichtigkeit des Gegenstandes mehr oder weniger nothr
wendig ist, die Vermuthung des Eigenthums auf einem
sicheren Grunde zu bauen. Gesinnungen, Wissenschaft,
Ueberzeugung, werden ewig ein unsicheres Fundament
bleiben, und können nur aus äußern Merkmalen beur-
theklet werden.
Mon. 2. Zu welcher Art von Besitzern gehört derjenige, wel-
cher die Unrechtmäßigkeit seines Besitzes gar nicht weiß,^
aber doch hätte wissen können und müssen? Znsonderheit
wenn sein Nichtwissen auf einer Zgnoranz oder einem
Jrrrhum in Absicht des Gesetzes und dessen Anwendung
beruhet.
n. II. vol. I. fol. 292.
G. Dürfte eine nähere Bestimmung erfordern, wenn die
bisherige Theorie beibehalten werden sollte. Es ist
übrigens bekannt, daß error in jure auf den redlichen
Besitz allerdings einen Einfluß hat.
Klon. 3. Der Ausdruck „unrechtfertiger" wird für zwei-
deutig und unverständlich gehalten, da man nicht weiß,
ob darunter possessor mala« fidei oder possessor injustus
verstanden werden soll; bekanntlich sind aber beide Arten
des Besitzes sehr von einander unterschieden,
v. 22. S. 96.
n. 33. vol. II. fol. 459.
G. Scheint unerheblich.
Mon. 4. Es könnte hier noch die Regel festgesetzt werden:
daß für einen redlichen Besitz so lange, bis das Gegentheil
erwiesen, vermuthet werden müsse, wenn nicht in den Ge-
setzen die Vermuthung des unredlichen Besitzes ausdrück-
lich verordnet worden.

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