Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Dritter Abschn. §. 174. 165
dafür verwendeten Kosten zu bezahlen, wenn die Verbesserun-
gen noch wirklich vorhanden sind und den verhältnißmäßi-
gen Nutzen gewahren.
H. zu §. 173. Zn der Regel ist es bei Meliorationen sonst
auf den gegenwärtigen Werth angekommen. Da in die-
sem Paragraphen festgesetzt wird, daß die verwendeten
Kosten zu erstatten, so könnte zwar dagegen eine Erin-
nerung gemacht werden, da indessen dabei gesagt ist:
wenn die Kosten den verhältnißmäßigen Nutzen ge-
währen,
so wird es in der That wohl immer auch auf den ge-
genwärtigen Werth ankommen.
$. 174. Sind ihm diese Kosten durch die daraus
gezogenen Nutzungen schon vergütet, so können solche nicht
zugefordert werden.
Zu §§. 173. 174. Herr Heidenreich bemerkt, dafs
nach bisheriger Theorie der gegenwärtige Wert der
Meliorationen vergütet werden müsse; allein mir
scheint der im Entwürfe angenommene Grundsatz
billiger zu sein. Eine Melioration kostet oft wenige
Thaler und gewährt einen sehr grossen Nutzen. Hier
würde es äufserst hart für den Eigentümer sein,
wenn er den Werth der Melioration, die doch nach
dem Nutzen, welchen sie gewähret, angeschlagen
werden mufs, bezahlen sollte, z. E. bei Grabenzie-
hungen, u. 8. w.
Nur eine Schwierigkeit bleibt bei den im Ent-
würfe angenommenen Grundsätzen noch übrig, näm-
lich, wenn die Melioration wirklich nutzbar; die
darauf verwendeten Kosten aber so grofs sind, dafs
die Restitution derselben den Eigentümer sehr in-
commodirt; z. B. der Besitzer hat, statt eines ver-
fallenen hölzernen, ein massives Haus auf das Gut
gebauet, welches vielleicht so viel kostet, als das
ganze Gut wert ist. Zwar hat man diesem Ein

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