Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

152 Besitz. Erste Abtheil. Dritter Abschn. 116—118.
Der 115. ist, allgemein gesagt, nicht richtig;
denn , wenn sich der Andere meiner Sache gänzlich
bemächtiget hat und mit ihr davon gegangen ist, so
darf ich sie ihm nicht eigenmächtig wieder nehmen.
. Ist aber der Fall gemeint, wo ich dem, der mir meine
Sache entrissen hat, dieselbe uno actu und ehe er
sich damit entfernen kann, wieder abnehme, so sind
nähere Bestimmungen darüber unten, §§. 144. 145.,
vorgeträgen, wo die Sache umständlicher zu erör-
tern- sein wird.
§. 116. Der Besitz einer Sache, welche in der Ab-
sicht, solche in Besitz zu nehmen, bezeichnet worden, wird,
so lange das Zeichen daran zu erkennen ist, für fortgesetzt
geachtet.
§. 117. Doch geht der Besitz verloren, wenn die
Sache der Gewalt des bisherigen Besitzers entzogen wird.
Zu §. 117. , Üm den scheinbaren Widerspruch zwischen
diesem und dem vorhergehenden Paragraphen zu ver-
meiden, würde ich lieber sagen:
Doch geht der Besitz verlören, wenn der Be-
zeichner über die Sache selbst nicht mehr verfü-
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§. 118. Derjenige, welcher eine mit dem Namen
oder einzelnen Buchstaben, Wappen, Pettschaft oder andern
bei dergleichen Geschäften gewöhnlichen Zeichen bemerkte
Sache in Besitz nimmt, hat die Vermuthung des unredlichen
Besitzes gegen sich.
Sch. zu §. 115. Ich würde diesen Paragraphen weglassen;
es folgt vielmehr aus der unterlassenen Wegschaffung
von dergleichen Zeichen eine noch stärkere Vermuthung
eines rechtmäßigen Besitzes.
Zu §. 118. Hr. Scherer meinet, dafs eben aus der un-
terlassenen Wegschaffung des Zeichens eine desto
stärkere Präsumtion, dafs Jemand in bona fide sei,

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