Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Dritter Abschn. §§. 110—115., 151
ergriffen hat, so lange in demselben, als der Inhaber sei»
nen Willen, die Sache im Namen des vorigen Besitzers
zu besitzen, nicht verändert. ^ ?
4. 110. Soll jedoch dieser veränderte Wille des In»'
Habers gegen den Besitzer von nachtheiligen Folgen sein, so
muß diese Willensverändcrung durch öffentliche Handlun-
gen, nach Maßgabe der §$. 87—89,, geäußert werben.
, 4. 111. Der einmal erworbene Besitz wird, der Re»
gel nach, durch die Absicht zu besitzen fortgesetzt.
4- 112. Diese Absicht ist jedoch.zu-Fortsetzung des
Besitzes nicht hinreichend, wenn ein Zufall oder.die Hand-
lung eines Dritten es dem bisherigen Besitzer unmöglich
gemacht haben, über die Sache wirksame Verfügungen zu
treffen.
4- 113. So lange sich dergleichen Handlungen oder
Begebenheiten nicht ereignet haben, wird der bisherige Besitz
fortgesetzt, wenn gleich seit der letzten Besitzhandlung meh-
rere Jahre verflossen. ., ,r
4. 114. Eine in Gegenwart des Besitzers befindliche
Sache bleibt in seinem Besitze, wenn er sein Recht gegen
diejenigen, welche sich ihrer bemächtigen wollen, durch Wi-
derspruch verwahret. . -
4. 115. Wenn der Ändere, der geschehenen Protesta-
tion ungeachtet, sich der Sache bemächtiget, so bleiben ihm
alle in den Gesetzen zur Erhaltung seines Rechts gebilligten
Mittel unverkürzt Vorbehalten.
Zu §§. 114. 115. Diese Paragraphen bedürfen einer nä-
heren Auseinandersetzung.
Bei dem §. 114. mufs ein besonderer Fall zum
Grunde liegen, wenn dadurch etwas gesagt sein soll;
denn an sich versteht es sich wohl von selbst, dafs,
so lange es bei dem blofsen Willen des Ändern bleibt,
mein Besitz nicht verloren gehe, und es bedarf ztir
Conservation desselben keiner Protestation.

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