Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

140 Besitz. Erste Abcheil. Dritter Abschn. Z§. 66—68.
- ' körperlichen Uebergabe vor dem Besitz aus der symboli-
schen Uebergabe, und der Besitzer, dem die Sache zuerst
übergeben, in allen Fällen einen Vorzug vor demjenigen,
dem solche nachher übergeben worden, behalten könne, da
die Uebergabe lediglich nach dem Titel, der dabei zum
' Grunde liegt, nach der Beschaffenheit des Gegenstandes,
und was in diesem Betracht für Förmlichkeiten nöthig
sind, auch nach dem Vorzugsrechte, so der Titel wirkt,
^beurtheilt werden , muß, auch der Vorzug des Be-
. v. sitzes eines Sachenrechtes hauptsächlich von der Eintra-
gung in die Land- und Hypothekenbücher abhangt, wes-,
halb in dem Titel vom Besitze eigentlich nur von dem
: . Vorzüge des Besitzes, nicht aber der Besihrechte, gehan-
delt werden kann. . V . .
2n§ 67.68. Hier macht Hr. v. Tevenar ein monitum,,
welches beweiset, dafs selbst er sich durch die Ver-
mengung des juris ad'possidendam mit dem jure
'T- possessionis hat irre machen lasset. - Er sagt' näm-
lich: bei Bestimmung des Vorzugsrechtes unter Meh-
reren , die sich♦, als Besi tzer einer-' Sache > geriren,
-V ' komme es nicht auf das factüni an,' wodurch Einem
’ * oder dem Andern * der Besitz * eingeräüint worden,
V'ib. 8'onderin auf die Qualität und Gültigkeit des Titels,
- v den Jeder für sich habe'. Er verwechselt also offen-
> bar das jus ad possidendum, welches von dem Titel
abhängt, ofnit dem jure possessionis,wo es allerdings
auf das jus ad possidendum gar nicht, sondern blos
• . auf das factum possessionis ankommt.
Hiernach halte ich den §. 67. für ungezweifelt
v ; richtig, und bemerke nur eine einzige vom Hin. v.
Tevenar angeführte Ausnahme, die mir zweifelhaft
scheint, nämlich bei Grundstücken, die im Hypo-
thekcnbuclie stehen.
Wenn ein Gut dem Einen naturaliter übergeben,
und für den Andern der titulus possessionis im Hy-
pothekenbuche eingetragen wird, welcher von ihnen

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