Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

130 Besitz. Erste Abtheil. Dritter Abschn. §§. 30—33.
sobald solche-nicht den gröfseren Theil derselben
ausmachen, können durch ibrp; facta oder omissa den
Rechten der Commune selbst nicht präjudiciren, und
alle Angelegenheiten einer Commune werden in der
, Regel durch die Mehrheit .der votorum sämmtlicher
Mitglieder bestimmt., Warum soll man , von dieser
Analogie abgehen und nicht vielmehr annehmen, dafs
, r die Erwerbung des Besitzes einer Commune nur alsdann
: unredlich sei, wenn die mehrere Anzahl der Mitglie-
der die Unrechtmäfsigkeit des Besitzes gewufst, oder
- - - an der Rechtmäfsigkeit zu zweifeln Ursache gehabt
ej; . hat,. •. - - ■ - * *
. 2) Wenn, nach schon erworbenem Besitze,
ein Theil der Mitglieder die Unrechtmäfsigkeit erfährt,
oder an der Rechtmäfsigkeit zu zweifeln Ursache er-
hält, so soll, nach §§. 29. u. 32., eben das stattfin-
; den, was bei der Erwerbung verordnet ist.
Hier muss aber, meines Erachtens, ein Unterschied
gemacht werden. Erfahren mehrere Mitglieder die
Unrechtmäfsigkeit des Besitzes, so gebe ich zu, dafs
alsdann eben das stattfinde, was bei der Erwerbung
angenommen wird.
Entstehen aber nur Zweifel bei einigen Mitglie-
dern, so sehe ich mit Hrn. v. T e v e n a r keinen Grund,
warum eine Commune deterioris conditionis sein
sollte, als ein einzelner Besitzer, der, nach §. 21.,
durch blofse aufsteigende Zweifel noch nicht in ma-
lam fidem versetzt wird. Man mixfs immer bedenken,
dafs officia imperfecta nicht ohne Noth in perfecta
verwandelt werden müssen; dafs man in foro civili
eine fortgesetzte, gewissenhafte Untersuchung der
Rechtmäfsigkeit eines einmal redlicher Weise erwor-
v benen Besitzthumes von den Menschen nicht fordern
: könne, und dafs immer eine culpa des rechtmäfsigen
: ,> Eigen thümers concurrire, der sich um seine Rechte

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