Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

128 Besitz- Erste Abtheil. Dritter Abschn- §§. 30—33.
«in Unterschied zwischen einem einzelnen Besitzer einer
Sache, und wenn Mehrere oder > ein Collegium die Sache
besitzt, gemacht, und im erster» Falle verordnet worden,
daß, wenn der einzelne Besitzer nach dem erworbenen
Besitze an der Rcchtmaßigkeic seines Besitzes zweifelt,
er dieserhalb nicht für einen unredlichen Besitzer gehal-
ten werden solle; hingegen wenn ein Mitglied eines Col-
legiums nach der Erwerbung des Besitzes an der Recht-
Mäßigkeit zweifelt, und das Collegium den Zweifel nicht
untersuchet, der Besitz für unredlich gehalten werden soll.
§. 30. Zweifelt nur eines der Mitglieder, ohne den
Zweifel anzuzeigen, so bleibt der Erwerb des Besitzes redlich.
§. 31. Zweifeln aber Mehrere und verschweigen ihre
Zweifel, so ist die Erwerbung des Besitzes für unredlich
zu achten.
<$. 32. Wenn in der Folge ein Mitglied des Collegii
die Unredlichkeit des Besitzes weiß, und solche nicht an-
zeigt, so ist zwar der Besitz des Collegii für redlich zu
halten;
§. 33. es muß aber ein dergleichen unredliches Mit-
glied dem Eigenthümer für allen Schaden haften.
Sz. zu §. 33. Zch halte es für hart, daß ein einzelnes Mit-
glied einer Communität, welches von dem unrechtmäßi-
gen Besitze derselben Wissenschaft gehabt, dem wahren
Eigenthümer für allen Schaden blos ans der Ursache
verhaftet sein soll, weil er von dieser seiner Wissenschaft
der übrigen sonst im redlichen Besitze befindlichen Ge-
meine keine Eröffnung gethan. Ein solches Mitglied
hat ja keine Verpflichtung auf sich, für das Zntcresse
des Eigcnthümcrs zu sorgen, oder auf seine Gerechtsame
zu vigiliren; und man kann dem Eigenthümer mit besse-
rem Grunde zum Vorwurfe machen, daß er sich selbst
um seine Gerechtsame nicht frühzeitiger bekümmert hat.
v. T. §§. 20—33. Aus dem Besitze folgen bald nur in-
teri-

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