Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

126 Besitz. Erste Abth. Dritter Abschn. K. 21—23.
kung des Besitzes einer Zntestaterbschaft gestritten wird,
die Entscheidung dahin ausfallen, baß, wenn einer sich
einer Zntestaterbschaft angemaßt, aber daran gezweifelt,
ob er der rechte Erbe sei, auch hicrnächst ein näherer
Erbe die Erbschaft in Anspruch genommen, der Besitzer
der Erbschaft sich nicht entbrechen kann, solche sammt al-
len genossenen Früchten zu restituircn; dahingegen, wenn
der Besitzer, der anfangs an seinem Erbrechte gezwei-
felt, seit rechtsverjahrter Zeit in dem Besitze der Erb-
schaft geblieben, hiernächst keine Untersuchung staltfinde,
ob er anfangs an der Rechtmäßigkeit seiner Erbfolge ge-
zweifelt habe oder nicht.
Zu §. 20. Bemerkt Hr. v. Te venar, dafs der Satz nur
in so weit wahr sei, als von den eigentlichen juri-
bus possessionis die Rede sei, dafs aber praescriptio
longissimi temporis blos um deswillen, weil der erste
Besitzer Ursache gehabt, an der Rcchtmäfsigkeit sei-
nes Besitzes zu zweifeln, nicht für vitieux geachtet
werden könne; allein diese Untersuchung gehört nicht
hierher, sondern in den Titel von der Verjährung.
21. Wegen bloßer Zweifel, welche nach schon er«
wordenem Besitze eintreten, kann der Besitzer nicht für un-
redlich geachtet werben ').
4. 22. Sobald Jemand von der Unrechtmäßigkeit fei«
nes Besitzes überführt wird, verliert er die Befugnisse ei-
nes redlichen Besitzers.
4. 23. Wer im Namen eines Dritten den Besitz er-
werben will, muß sowohl als derjenige, für welchen solches
geschiehet, mit den Eigenschaften eines redlichen Besitzers
versehen fein.
Zn §. 23. Dieser Paragraph scheint mir sehr hart, und
ich sehe den Grund davon nicht ab. — Ich schicke

1) S. v. Tcvenar ;u §. 29.

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