Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Dritter Abschn. §. 19. 123
2) dafs zu §. 14., nach Herrn Könens Antrag,
noch ein spatium, binnen welchem res furtiva auch
pro vitiosa zu achten, Tyenn sie auch durch mehre-
rer Besitzer Hände gegangen, bestimmt werden solle;
3) dafs nach einem monitum des Hrn. Scherer
zu §. 15. der Fall, wo eine Sache auf öffentlichem
Markte gekauft worden, auszunehmen sein werde.
§. 19. Wer die Unrechtmäßigkeit seines Besitzes weiß,
ist ein unredlicher Besitzer, und erlangt kein Recht zum
Besitz.
Fassung von Suarez. Wer die Unrechtmäfsigkeit sei-
nes Besitzes weifs, heifst ein unredlicher Besitzer.
v. T. zu §§. 3. 4. 5. 19. Bei dem Besitze finden in Ab-
sicht der Redlichkeit, Rechtmäßigkeit und des Vorzuges
verschiedene Grade statt, die ohne Schwierigkeit nicht
deutlich bezeichnet werden können, da es der deutschen
Sprache an Kunstbenennungen fehlt, jed^ Art genau
auszudrücken.
Der höchste Grad des Besitzes ist der rechtmäßige
Besitz, weil der rechtmäßige Besitzer ein unstreitiges
Recht hat, über die Substanz und den Nutzen der Sache
zu verfügen, auch sämmtliche Besitzrechte auszuüben.
Der vollständige Besitz steht, einen Grad tiefer.
Es kann ein vollständiger Besitzer einen Titel für sich
haben, und dennoch nicht der rechtmäßige Besitzer sein,
weil sich in dem Titel Fehler finden können. Will man
es zur Eigenschaft des vollständigen Besitzes machen,
daß der Titel keinen Fehler habe, so wird solches hier
bemerkt werden müssen. Da aber der Besitz nur im
terimistische Rechte zum Gegenstände hat, die aus dem
Besitze und nicht aus dem Titel folgen, so findet eine
tiefe Untersuchung von dem Titel zum Besitz, auch eine
Abtheilung des Besitzes nach dem Titel, hier nicht statt.
Bei den Wirkungen des Besitzes, besonders in Absicht
der Zurückgabe der Sache und der genossenen Früchte,

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