Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Zweiter Äbschn. 760—766. 103
4. 760. Eine Erbschaft ist ein Inbegriff der von ei»
»cm Verstorbenen hinterlassenen Rechte.
§.761. Erbschaften, welche von den Erben noch nicht
in Besitz genommen, gehören zu den liegenden Sachen.
Grunds. §. 62°-b- ').
• 4- 762. Der rechtmäßige Erbe hat ein dingliches,
ausschließendes Recht, die Erbschaft in Besitz zu nehmen.
. 4- 763. Wer Eingriffe in dieses Recht der Erben thut,
ist, nach der Verschiedenheit der Redlichkeit ober Unredlich»
kcit des Besitzes, nach denen oben festgesetzten Vorschriften
zu beurtheilen.
4- 761. Der Erbe kann auch diejenigen Sachen vin»
diciren, welche vor seinem Antritte von der Erbschaft abge.
ivmmen sind.
4. 765. Durch die bei Antretung der Erbschaft vor
dm Richter geschehene Erklärung des Erben, daß er auf
die liegende Erbschaft seine erbschaftlichen Rechte auszuübcn
Wtlens sei, geschichet nicht die Besitzergreifung der Erb»
schcfr selbst. :
4. 766. Doch vertritt die auf Antrag des Erben vor-
genonmene Versiegelung oder andere gerichtliche Verwah»
rung oder Verwartung der Erbschaft die Stelle der körper-
lichen Besitznehmung.

I) Diese, in dem Abschnitte von den allgemeinen Grund-
sätzen des Sachenrechts befindlichen §§., Dd. XXXII. f. 57.,
lauten:
§. 62». „Hat Jemand, ohne die Sache selbst zu besitzen, daS
Recht, Andere abzuhalten, sich dieselbe zuzueignen, so ist die Sache
liegend (res jacens)."
§. 62 b. „Liegende Sachen kann Niemand ohne Nachweisung ei-
nes gesetzmäßgen Crwerbungstitels des dazu gehörigen Rechtes in
Besitz nehmen."
§. 760. Kl §. 219. — §. 761. Kl. 220. — §. 762. Kl. *
h. 221. — §. 763. KI. §. 222. - §. 76*1. Kl. §. 223. - §. 765.
KI. §. 221. - §. 766. Kl. §. 225.

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