Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Zweiter Abschn. §§. 686— 694. 91
derjenige, der sich diese gewaltsame Handlung zu Schulden
kommen läßt, ein Eigenthumsrecht an derselben Nachweisen
kann oder nicht.
§. 686. Alle dadurch verwirkte, Vortheil gewährenden
Rechte fallen bei ausgeübter Gewalt dem Fiscus zu, wel-
cher in die Stelle desjenigen tritt, der die Gewalt ausge-
übt hat.
' § 687. Welche Verbindlichkeiten zur öffentlichen Ge-
nugthuung die ausgeübte eigenmächtige Besitzergreifung nach
sich ziehe, ist im Criminal-Rechte zu ersehen.
§. 688. Ist eine Handlung durch die Gesetze verboten,
so kann ihre Ausübung keinen Besitz gewahren.
Kn. Ne quid in flum. publ.
§. 689. Ist sie erlaubt, so kommen nur die letzten
Handlungen zur Beurtheilung des Besitzes in Betracht.
§. 696. Es verändert nicht, die aus dem Besitze ent-
springenden Rechte, wenn gleich bei der letzten Besitzhandlung
bis zur geschehenen Turbation mehrere Jahre verflossen sind.
§. 691. In der Regel kann derjenige, welcher den
Besitz wider seinen Willen, verloren hat, auf die Wiederer-
langung desselben antragen. , : . ;,
§, 692. Hierzu ist auch der bloße Inhaber gegen den
rechtlosen Besitzer oder dessen Stellvertreter befugt.
§. 693. Wie auch gegen den, der die Sache als her-
renlos oder. sonst aus einem augenscheinlichen Jrrthum in
Besitz genommen hat.
§. 694. Ist der Besitz weder durch Gewalt, heim-
lich oder durch Bitten des Andern verloren, so kann er nicht
wiedererlangt werden, sobald cs ausgewiesen ist, daß der
neue Besitzer ein besseres habe als der alte.
§ 686. XI. §. 184. u. zu diesem §. — §. 691. XI. §. 187. —
§. 692. XI. §. 188. u. zu diesem §. — §. 693. XI. §.189. u. zu
diesem §. — §. 694. XI. §. 190.

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