Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

84 Besitz. Erste Abtheil. Zweiter Abschn. §§. 643—649.
§. 613. Eine in Gegenwart des Besitzers befindliche
Sache bleibt in seinem Besitze, wenn er sein Recht gegen
diejenigen, welche sich ihrer bemächtigen wollen, durch Pro-
testation verwahret.
§. 614. Wenn der Andere, der geschehenen Protesta,
tion ohnerachtct, sich der Sache bemächtiget, so kann der
alte Besitzer den Besitz wiederum eigenmächtig ergreifen.
§. 645. Dieß muß aber sofort und ohne die allerge-
ringste Zwischenzeit geschehen; sonst ist die zu Wiedererhal.
tung des Besitzes ausgeübte Gegcngewalt unerlaubt-
$. 646. Der Besitz einer bezcichneken Sache wird, so
lange das Zeichen daran zu erkennen ist, für fortgesetzt
geachtet.
§. 647. Alsdann kann aber durch die Bezeichnung
der Sache der Besitz nicht erhalten werden, wenn sie an
sich nicht hinreicht, den Besitz zu bewirken.
Zu §§. 646. 647. Auch diese Paragraphen würden viel-
leicht deutlicher und kürzer so lauten:
In sofern eine Sache durch Bezeichnung in Be-
sitz genommen werden kann, dauert auch der Be-
sitz so lange fort, als das Zeichen daran zu er-
kennen ist. . . ,
§. 648. Wird die Beschaffenheit oder Lage der be-
zeichneten Sache so verändert, daß es dem Besitzer unmög-
lich wird, darüber zu verfügen, so ist, des daran gebliebe-
nen Zeichens unerachtet, der Besitz verloren gegangen.
§. 649*. Derjenige, welcher eine mit dem Namen
oder dessen Anfangsbuchstaben, Wappen oder Petschaft ei-
nes Andern bezeichnete Sache in Besitz nimmt, hat die
Vermuthung des unredlichen Besitzes gegen sich.
H. 643. XI. §. 146. — §§. 644. 645. Kl. §. 147. — §. 646.
Kl. § 148. — tz. 647. Kl. §. 149. - §. 648. Kl. §. 150. —
§. 649». Kl. §. 151.

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