Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Zweiter Abschn. §§.596—600. 75
gen Besitzes entschlägt, eine Handlung vorgenommen wer-
ben, wodurch der Besitz erlediget worden.
§. 596. Wenn derjenige, welcher das Recht hak, über
den Besitz der Sache zu verfügen, dahin feinen Willen aus-
drücklich erklärt, wie er es gestatte, daß ein Anderer die
Sache in Besitz nehme, und dieser von der geschehenen Er-
klärung Gebrauch macht, so ist die Uebergabe vollzogen.
§. 597. Die Handlung des Richters, durch welche,
auch wider Willen des Eigenthümers oder natürlichen Be-
sitzers, der Besitz der Sache von einer Person auf die an-
dere gebracht wird, vertritt die Stelle der sonst zur Ueber-
gabe erforderlichen Einwilligung des Besitzers.
§. 598. Wer weder selbst noch durch Andere besitzt,
kann Andern den Besitz nicht einräumen.
4. 599. Auch der Eigenthümer kann, wenn er nicht
zugleich über die Sache zu verfügen die Befugniß hat, die
Uebergabe nicht gültig vollziehen.
Zu §. 599. Hat der Eigenthümer gar keine Bcfugnifs,
über die Sache zu verfügen, so ist er nicht Eigen-
thümer. Fehlt ihm nur die Bcfugnifs, die Sache zu
veräufsern, so kann er zwar keinen vollständigen,
wohl aber einen unvollständigen Besitz übertragen;
z. E. vasallus possessor kann das Lehen verpachten,
in usumfructum vergehen, auch verkaufen, und so
lange sein jus possidendi dauert, so lange ist auch
der, der den Besitz von ihm hat, wirklicher Besitzer.
§. 600. Die bloße Absicht, die Sache als die sei-
nige zu behalten, berechtiget Niemanden, den verlorenen
Besitz einer Sache Andern zu übergeben.
Zu §. 600. Dieser Paragraph ist äufserst dunkel. Dafs

§. 596. Kl §. 114. — §. 598. Kl. §. 115. - §. 599. Kl.
§. 116. — §. 600. Kl. §. 117. u. zu diesem §.

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