Full text: Volume (Bd. 6 (1872))

19.5. Studien zur Gewerbe-Ordnung : I. Zur Heilkunde

624

Cohn: Studien zur Gewerbe-Ordnung.

XIX.
Studien zur Gewerbe-Ordung.
I. Zur Heilkunde.
Von Herrn Referendarius Vr. Max Cohn in Breslau.
In der kurzen Zeit seil dem Inkrafttreten der deutschen Reichs-
Gewerbe-Ordnung vom 21. Juli 1869 hat kein Kapitel derselben eine so
reiche Litteratur hervorgerufen und gefunden, wie der von der gewerbs-
mäßigen Ausübung der Heilkunde handelnde Theil, insbesondere der
Z. 29 des Gesetzes. Darunter befindet sich allerdings meines Wissens
keine einzige wissenschaftliche Arbeit, wie ja über das Reichsgesetz wissen-
schaftlich so gut, wie fast gar nicht, traktirt worden ist. Dagegen liegen
eine große Reihe von Erkenntnissen dritter Instanz vor, die, soweit ich
sie übersehen kann, sämmtlich von dem preußischen Ober-Tribunale her-
rühren, sowie eine Anzahl instruktioneller und deklaratorischer Ver-
fügungen und Erlasse der Reichs- oder Landesorgane?)
Diese Erscheinung kann man wohl nicht lediglich mit der Erheb-
lichkeit des Gegenstandes erklären; denn wenn auch diese unzweifel-
haft ist, so erscheint es andererseits ebenso augenfällig, daß eine sehr
große Zahl von Vorschriften der Gewerbe-Ordnung — ich erinnere nur
an den §. 33, betreffend den Betrieb von Gastwirthschaft, Schankwirth-
schaft re., sowie an den Titel III, der von dem Gewerbebetrieb im
Umherziehen handelt — in praxi ungleich häufiger Anwendung finden
und daher an sich zu häufigen Entscheidungen und Verfügungen Anlaß
geben muß. Auch der fernere Umstand, daß das Reichsgewerbegesetz
mit seinen Vorschriften über die gewerbsmäßige Ausübung der Heil-
kunde ein neues Recht geschaffen hat, erscheint zur Erklärung nicht aus-'
reichend, da dasselbe ja von so vielen Kapiteln der Gewerbe-Ordnung gilt.

*) Vergl. die Ausgabe der deutschen ReichS-Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni
1869 von Rudolph Pannenberg. Berlin 1872. Zu dem §. 29 Seite 14—16 und
an den dort citirten Stellen.

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