Full text: Volume (Bd. 6 (1872))

betreffend die Ausstellung gerichtl. Erbbescheinigungen re. 431
senden Erbrechts vorträgt, denn dadurch wird der Rückschluß
möglich, ob er das einschlagende Recht auf die obwaltenden thatsächlichen
Verhältnisse richtig angewandt hat.
Wie wert er dabei zu gehen' hat, ist verschieden nach der Klasse,
in welcher er selbst als Erbe auftrit. Wo römisches Recht, wie in der
Mark Brandenburg zur Anwendung kommt, hat er anzugeben:
1. wenn er Erbe aus der ersten Klasse sein will, welche Kinder
ersten Grades und ob und welche Abkömmlinge vorverstorbener
Kinder des Erblassers hinterblieben sind;
2. wenn er aus der zweiten Klasse erben will,
a. daß keine Descendenten des Erblassers hinterblieben sind,
b. welche vollbürtigen Geschwister,
e. ob und welche Kinder ersten Grades von vorverstorbenen
vollbürtigen Geschwistern,
6. ob und welche Verwandte in aufsteigender Linie
hinterblieben sind;
3. wenn er aus der dritten Klasse erben will,
a. daß keine Deszenten, keine vollbürtigen Geschwister, keine
Kinder ersten Grades von vorverstorbenen vollbürtigen Ge-
schwistern und keine Ascendenten hinterblieben sind,
b. welche Halbgefchwister,
i* c. ob und welche Kinder ersten Grades von vorverstorbenen
Halbgeschwistern
hinterblieben sind;
4. wenn er aus der vierten Klasse erben will,
a. daß der Erblasser keine der ad 3 aufgeführten Verwandten
hinterlassen hat,
b. daß er nach der Zahl der zwischen dem Erblasser und ihm
selbst liegenden Geburten die zur Erbberechtigung führenden
Grade der Verwandtschaft gerechnet hat;
5. in allen Klassen,
daß der Erblasser keinen Ehegatten hinterlassen habe.
Dabei ist es im Anschluß an die Norm der eidesstattlichen Ver-
sicherung, wie sie im Gesetze vom 12. März 1869 §. 3 sich vorfindet,
nicht absolut erforderlich, daß er zu 2 a, 3 a, 4 a und 5 positiv erklärt,
daß diese Verwandten nicht hinterlassen seien. Es genügt, um seine
rechtliche Auffassung darzuthun, wenn er nur erklärt, daß ihm von den-
selben nichs bekannt sei.
Die Erklärungen ad 1—5 sind in unmittelbarem Zu-
sammenhänge mit der eidesstattlichen Versicherung abzu-

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