Full text: Volume (Bd. 6 (1872))

10.5. Otto Stobbe, Handbuch des deutschen Privatrechts. Erster Band. Berlin, Verlag von W. Hertz (Besser'sche Buchhandl). 1871. VIII. u. 494 S.

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Literatur.

tionum tristi pallore vix unus aux alter receperit soliditatem perfectae
doctrinae. — Ich denke doch, diese Gefahr steht schon jetzt leibhaftig genug
vor unfern Augen. Und das beste Mittel derselben zu entgehn ist, wie mir
scheint, daß man sich entschließe, aus ganzem Holze zu schneiden.
Behrend.

6.
Otto Stobbe. Handbuch des deutschen Privatrechts. Erster Band. Berlin
Verlag von W. Hertz. (Besser'sche Buchhandl.) 1871. 8. VIII
u. 494 S.
Wie der Titel besagt, geht dieses Werk in seiner räumlichen Anlage wie
in seinen Zielen über die Grenzen der Lehrbücher hinaus. Von diesen
haben in neuerer Zeit bekanntlich besonders das vonBeseler und Gerber
mit Recht großen Auklang und weite Verbreitung gefunden. Neben denselben
hat aber eine ausführlichere Darstellung, wie die hier begonnene, gewiß ihre
Berechtigung. Der gegenwärtig dargebotene erste Band enthalt außer der
Einleitung das erste Buch der Darstellung. In jener findet sich eine Er-
örterung über Begriff und Methode des deutschen Privatrechts, sowie über
seine Quellen und Literatur; daran schließt sich die Theorie der Rechtsquellen
und die Lehre von der Anwendung derselben, insbesondere nach ihren zeitlichen
und räumlichen Grenzen. Das erste Buch, „von den Rechtsverhältnissen
überhaupt" zerfällt in drei Kapitel: von den Personen (physische, juristische
Pers.), von den Sachen, von den Rechtsverhältnissen im Allgemeinen.
St. beherrscht das Quellenmaterial des deutschen Rechts in ausgezeich-
neter Weise und ist in Folge dessen gleich wenigen Germanisten befähigt, die
Schwierigkeiten zu überwinden, welche sich bei einer wissenschaftlichen Be-
handlung des deutschen Privatrechts aus der großen Massenhaftigkeit und
Zerstreutheit des Stoffes ergeben. In dem vorl. Werke tritt dieser Vor-
zug, mit welchem sich der einer leichten, gefälligen Darstellung verbindet, in
hellstem Licht hervor. Von den Volksrechten bis herab zu den neuesten
Bundes- und Reichsgesetzen werden wir an der Hand der Quellen geleitet,
so daß der Zusammenhang der geschichtlichen Entwicklung bei den einzelnen
Instituten nirgends außer Acht gelassen wird. Dabei wird auch die Parti-
kulargesetzgebung überall mit großer Vollständigkeit berücksichtigt. Das wesent-
liche Verdienst dieser Darstellungsweise besteht darin, daß sie zugleich über-
zeugend wirkt oder doch dem Leser das Material zu eigener Prüfung und
zum Widerspruch darbietet, während sonst die Lehrbücher des Privatrechts
nicht selten apodiktische Sätze aufstellen, so daß man sich bei der Autorität ihres
Verfassers beruhigen muß. Namentlich das in so vielfacher Beziehung her-
vorragende Ger bersche Lehrbuch liefert hierfür eine ganze Anzahl von Be-
legen. — Mit besonderer Ausführlichkeit sind in dem ersten Band des
Stobbeschen Werkes die Lehren von den zeitlichen und örtlichen Grenzen
der Wirksamkeit der Nechtssätze und von den juristischen Personen erörtert.
In ersterer Hinsicht hat der Verfasser wohl mit Recht auf die Aufstellung
einheitlicher Prinzipien verzichtet, ist dagegen mit großer Sorgfalt in das

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