Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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Zahlungszeit bereits festgesiellt hat. Dieses ist nun, wie
sich aus einer genauen Vergleichung aller hier einschlagen-
den Gesetzstellen «rgiebt, für den in Frage stehenden Fall
wirklich durch die Disposition des §. 221. Tit. 11. Th. I.
des A- L. R. geschehen, welcher dahin lautet:
„Gegen Empfang der Sache ist der Käufer das Kauf-
geld sofort zu erlegen schuldig, wenn nicht ein An-
deres im Vertrage verabredet worden."
Hierauf gründet sich nun die
Ulte und gewiß allein richtige Ansicht:
daß in ünserm vorliegenden Falle dem Verkäufer die Zin-
sen des rückständigen Kaufgeldes vomTagederUeber-
gabe an, zuzubilligen sind.
Der Kaufcontract ist ein zweiseitiger oneröser Vertrag,
wodurch der eine Contrahent zur Ueberlassung einer Sache,
und der andere zur Erlegung einer bestimmten Geldsumme
dafür sich verpflichtet. Diese letztere, der Kaufpreis, muß
dem Werthe der Sache, so weit es das Gesetz erfordert,
angerpessen sein, wenn das Geschäft bestehen soll (pretium
justum). Auf dieser Voraussetzung beruht wenigstens im
Allgemeinen die Theorie des Kaufcontracts. Es ist mithin
als Regel anzunehmen: daß die gegenseitigen Vermögens-
Verhältnisse beider Contrahente« in quantitativer Hinsicht
nicht geändert, die Rechtssphare eines jeden derselben nicht
verletzt werde, wenn das Kaufgeschäft, nach der getroffe-
nen Uebereinkunft, oder, in Ermangelung derselben, nach
der, in der Natur der Sache liegenden Bestimmung des
Gesetzes, Zug um Zug, erfüllt wird; daß dies aber als-
dann der Fall sei, wenn bei Erfüllung von Seiten des
Einen, der Andere, wider des Erster» Willen, mit der Er-
füllung von seiner Seite zurückhält. Daher fließt der, von
allen Gesetzgebungen,

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