Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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genthums, fortfallt; so sind jene Lehne jetzt für feuda alie-
nabilia anzusehcn;
v. Kamptz Jahrbücher, Bd. XXXIH. S. 306 u. 307.
Die dort gleichfalls vorkommenden Clevischen Lehne, nach
Zütphenschen Rechten, waren ursprünglich feuda mere he-
reditaria et alienabilia, und müssen gegenwärtig, nach Auf-
hebung des Obereigenthums, ganz als Allodial-Güter be-
trachtet werden;.
v. Kamptz a. a. O- S. 303—306.
Die Bauernlehne in den sub 1—3. genannten Län-
dertheilen, werden nach den Gesetzen vom 21. April 1825,
$. 78. S. 86., §. 58. S. 102. und §. 56. S. 122. der
Gesetzsammlung v. Jahre 1825, nicht nach den, rücksichtlich
der Lehne, sondern nach den, im Tit. 2. daselbst, rückstcht-
lich der Bauerngüter, ertheilten Bestimmungen beurtheilt.
B.- 3n dem im Jahre 1815 von dem Herzogthum
Hessen abgetretenen Herzogthum Westphalen und
den Grafschaften Wittgenstein besteht die Lehnsvrrfassung
bis auf die Modification, daß durch eine großherzoglich
hessische Verordnung vom 15. Mai 1812,
Sommer's Commentar, B. I. S. 89.,
alle Lehns-Retractrechte aufgehoben worben sind, noch ganz
unverändert. Die ursprünglich landesherrlichen Lehne im
Herzogthume Westphalen sind, wenn die Lehnbriefe nicht
ausdrücklich auf die männlichen Erben lauten, feuda foe-
minina promiscua, und können blcs mit Consens des Lehns-
herrn, ohne Zustimniung der Agnaten, veräußert und mit
- Schulden belastet werden. Für den lehnsherrlichen Con-
sens müssen, bei Veräußerungen an einen extraneus, zwei
Procent des Werths an die Canzellei, und außerdem zehn
Procent, nach Abzug der quarta feudalis, an die Kammer,
bei Verschuldungen aber zwei Procent des Betrages, welche
die Canzellei und die Kammer theilen, entrichtet werden;

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