Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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allen Arten von Lehnen nach dem Gradual- Sy-
steme.
5) Die adelichen magdeburgschen Lehne sind feuda
foeminina successiva; dieselbe Eigenschaft haben
die unadelichen Lehne zu magdeburgschen beider
Kinder Rechten; diese unterscheiden sich jedoch noch
. darin, daß die Erbfolge in der Seitenlinie haupt-
sächlich auf der Mitbelehnschast beruht, und die
Agnaten, außer den Brüdern und Brudersöhnen,
wenn sie nicht Mitbelehnte sind, keine Successions-
Rechte am Lehne haben, und daß selbst diese nicht
mitbelehnten Brüder und Brudersöhne von der weib-
lichen Nachkommenschaft des letzten Besitzers aus-
geschlossen werden.
6) Der Wittwe des Lehnsbesitzers stehen in Rücksicht
ihres Witthums besondere Rechte am Lehne zu,
und den Töchtern, und auch in einigen Fällen den
Schwestern der verstorbenen Lchnsbesitzer, müssen
Abfindungen aus dem Lehne gewährt werden 2).
2) Im Ermelande besteht die alte Lehnsverfassung,
selbst in Ansehung des lehnsherrlichen Nexus,
noch unverändert; die Zahl der adelichen Lehngüter ist in-
deß nicht bedeutend; mehrere derselben sind in Rücksicht
auf das Ungemach, welches die dasigen Gegenden in den
letzten Kriegen getroffen hat, vom Staate unentgeltlich allo-
dificirt worden.
Conf. die Berichte des Ober-Landesgerichts zu Königs-
berg vom 16. Oct. 1810.

2) Das ostpreußische Provincial-Recht, so wie die meisten Provin-
cialgesetze, enthalten über die gesetzlichen Lehnsschulden sehr umständ-
liche Bestimmungen; diese sind indeß keines Auszuges fähig und da-
her hier übergangen worden.

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