Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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ten, von dem Königreiche stets ungetrennt gebliebenen Pro»
vinzen unverändert fort, als landesherrliche Lehne.
Auch die Ausnahme wegen der auf zwei Augen ste-
henden, oder beanwartfchafteten Lehne hat weiter keine
Bedeutung, als daß dem Landesherrn der Heimfall, und
den Anwärtern die Eventual-Successton Vorbehalten geblie-
ben ist; im Uebrigen sind diese Lehne mit den andern in
gleiche Verhältnisse getreten.
Weit umfassender und durchgreifender, als die durch
das Edict vom 5. Januar 1717 veranlaßten Veränderun-
gen, sind diejenigen, welche die französische Gesetzgebung
in dem größten Theile der jenseits der Elbe gelegenen Pro-
vinzen bewirkt hat. Diese Gesetzgebung beabsichtigte nicht
blos den Verband zwischen dem Lehnsherrn und dem Va-
sallen aufzulösen, sondern hatte die Tendenz, das Lehnswe-
sen gänzlich zu vernichten.
In mehreren dieser Landestheile ist diese Absicht
vollständig zur Ausführung gebracht worden, und nach den
großen politischen Umwälzungen in den Jahren 1813 —
1815 keine Aenderung darin eingetreten: in andern dage-'
gen hat eine theilweise Wiederherstellung der vormaligen
Verhältnisse, so weit fie die'Lehnsbesitzer und Agnaten be-
treffen, stattgefunden; das Nähere hierüber gehört indcß,
da die Gesetzgebung hier nicht überall einen gleichförmigen
Weg eingeschlagcn hat, zu der speciellen Darstellung des
Lehnswesens in den einzelnen Provinzen, wozu wir uns
nun, mit Berücksichtigung der, im Anhänge zur Verord-
nung vom 36. April 1815,
Gesetzsammlung vom Jahre 1815 S. 93.,
aufgestellten Territorial-Eintheilung des preußischen Staates,
wenden wollen. •

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