Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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daß die neue das in den preußischen Landen, zur da-
maligen Zeit, gültige Recht vollständig enthalten
sollte.
Denn es waren seit dem Erscheinen des allg. Gesetzbuches und
des Landrechts, viele theils nur erläuternde, theils abändemde,
oder ergänzende gesetzliche Bestimmungen ergangen, die den
Gerichtshöfen zugefertigt, und in die neue Ebicten-Sammlung,
die Sammlung der Entscheidungen der Gesetz-Commission,
Kleins Annalen, Stengels Beiträge, und das alte
und neue Archiv der preußischen Gesetzgebung und Rechts-
gelehrsamkeit ausgenommen waren, deren Anwendung aber
dadurch erschwert wurde, daß sie in vielen und bänderei-
chen Werken ausgesucht werden mußten. Ein größerer
Uebelstand war der Zweifel» welcher bei mehreren dieser,
zum Theil in nicht offieielle Sammlungen aufgenommenen
Verordnungen, hinsichtlich ihrer verbindenden gesetzlichen
Kraft, eintrat.
Der Großkanzler theilte seine Absicht dem damaligen
Kammergerichts - Präsidenten von Kircheisen mit, und
dieser schlug vor,
„damit die armen Justiz-Bedienten nicht genöthigt wä-
ren, der wenige Bogen ausfüllenden Aenderungen wegen,
sich ein ganz neues Landrecht anzuschaffen,
die neue Ausgabe des Landrechts wörtlich eonform mit
der alten zu besorgen; aus derselben den 20ten Titel des
zweiten Theils ganz wegzulassen, da dieser Titel durchaus
umgearbeitet werde, und mit der neuen Criminal-Ordnung
ein zweckmäßiges Ganzes ausmachen solle; dagegen aber
alle bisher gesetzlich sanctionirten Abänderungen und De-
clarationen, mit Bezug auf jeden Paragraphen und Titel,
der Form und dem Styl des Landrechts anzupassen, und
daraus einen

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