Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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unstreitig aus dem Grunde, damit jedes Bedenken darüber
ausgeschlossen werde, ob das Verbot der Untersuchung von
Amtswegen auch auf den Verwandten-Diebstahl niit er-
schwerenden Umständen, oder den gewaltsamen Ver-
wandten-Diebstahl anzuwenden sei?
2) Ward nun der Schlußsatz des §. 909.
fol. 186". unten, und 187. a. a. O.
„so muß solche an dem Thater gleich einem jeden an-
dern Diebstahle bestraft werden," .
dahin geändert: .
„so muß solche an dem Thäter gleich einem jeden andern
gemeinen Diebstahle bestraft werden."
Das Wort: gemeinen ist von Klein, wahrschein-
lich auf des Großkanzlers v. Carmer Veranlassung, hinzu-
gefügt worden.
Mit diesen Abänderungen nun find die gedachten drei
§§. 907. 908. 909. des ersten Entwurfs in den gedruck-
ten Entwurf, und zwar Th. I. Abthl. 3. Tit. 8. übertra-
gen, wo sie nunmehr die §§. 911. —913. bilden.
In den Erinnerungen zum gedruckten Entwurf hat sich
nichts gefunden, was bei der Entscheidung der obigen
Streitfrage Berücksichtigung verdiente. Auch stimmen die
§§. 911.—913. des gedruckten Entwurfs mit den corre-
spondirenden §§. 1133. 1134. und 1136. Tit. 20. Th. H.
Mg. Landr.,mit einigen Modificationen überein, die jedoch für
die vorliegende Erörterung nicht von Einfluß sind. Die
Hauptänderung besteht darin, daß der Entwurf im §. 913.
die Untersuchung und Bestrafung von der Rüge des Beschä-
digten abhängig macht, das Landrecht aber im $. 1136.
von der Rüge desjenigen, unter dessen Hauszucht der Ver-
brecher steht. Neu ist ferner der §. 1135. Tit. 20. Th. II.
Allg. Landr., welcher die Bestimmungen des Verwandten-
Dicbstahls auf Pflegebefohlene und Zöglinge ausgedehnt hat.
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