Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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Häuptling, daß ein solcher Unterschied wirklich beabsichtigt
und angedeutet worden sei, auf anderem Wege beweisen.
Zuvörderst ist es nach der Ansicht der meisten Rechts»
lehrer, dem gemeinen Criminalrechte und dem Gerichtsge-
brauche gemäß, daß die milderen Bestimmungen des Fa-
milien-Diebstahls, und die Ausschließung des Verfahrens
von Amtswegen nur bei Diebstählen ohne irgend einen er-
schwerenden Umstand Platz greifen.
Die peinliche Halsgerichts-Ordnung verordnet im Ar-
tikel l65.:
„So einer, aus Leichtfertigkeit oder Unverstand,
etwas heimlich nähme von Gütern, der er sonst ein nech-
ster Erb ist, oder so sich dergleichen zwischen Mann
. und Weib begebe, und ein Theil den andern derhalben
anklagen würde; sollen Richter und Urtheiler mit Ent-
deckung aller Umstände bei den Rechtsverständigen, lind
an Orten und Enden, wie zu Ende dieser unserer Ord-
nung angezeigt, Raths pflegen, auch erfahren, was in
solchen Fällen das gemeine Recht sei, und sich dar-
nach halten. Doch soll die Obrigkeit oder Rich-
ter in diesen Fällen von Amts wegen nicht
klagen, noch strafen."
Aus den Worten: Leichtfertigkeit, oder Unver-
stand, leiten sowohl die älteren Rechtslehrer, und unter
ihnen namentlich Quistorp in seinen Grundsätzen des
deutschen peinlichen Rechtes (6. Aufl. $. 377. S. 606-
Note e) als die Mehrzahl der neuern,
Tittmann, Handbuch der Strafrechtswissenschaft, 2te
Aufl., Bd. H. §. 435. S. 388 — 390.
Salchow, Lehrbuch des gemeinen peinlichen Rechtes,
3. Ausg. §§. 365. 366.6. 340. 341.
her, daß der Thatbestand eines Verwandten - Diebstahls

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