Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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durch eine Beziehung auf ein bestimmtes Object (die Ein»
tragung) einem Subjecte verbleibt, nicht auch zugleich
durch eine andre Beziehung (das Eigenthum) einem an-
dern Subjecte beigelegt werden könnte.
Man könnte endlich die hier'vertheidigte Ansicht von
der Sache noch durch einen, aus der Natur des Wechsel«
Processes hergenommenen Einwand anfechten wollen, und
sagen: die Natur dieses Processes erfordere, daß alle Be-
hauptungen sofort liquide gemacht werden, mithin auch, bei
einer Klage gegen den Eigenthümer eines adlichen Gutes, daß
sofort bewiesen werde, er sei wirklich der Eigenthümer dessel-
ben; dieser Beweis könne auf die geeignete Art nur durch den
Ausweis des Hypothekenbuches geführt werden, es fange
daher die Wechfelfähigkeit einer Gutsbesitzers entweder über-
haupt nicht eher an, als bis sein Besitztitcl berichtigt wor-
den, oder es könne doch nicht eher wechselmaßig gegen ihn
geklagt werden, als bis dies geschehen sei. Diesem Ein«
wände steht entgegen, daß das Gesetz eine solche Bestim-
mung nirgeuds ausdrücklich enthält; wo aber das Gesetz
keinen Unterschied macht, darf auch der Richter nicht unter-
scheiden.
Die Behauptung, daß Jemand Grundeigenthümer sei,
kann auch anderweitig sofort bescheinigt werden. Zur Er-
langung des Eigenthums gehört der titulas acquironüi,
und die wirklich erfolgte Uebergabe, §. 1. Tit. 10. Th. I.
Allg. Landr.; beide Erfordernisse können sofort liquide gemacht
werden. Wenigstens sieht man nicht ein, weshalb es
schwerer sein solle, diesen Beweis zu führen, als darzuthun,
daß Jemand sich im Besitz einer der Pachtungen befinde,
von denen im §. 726. die Rede ist.
Sollte diese Schwierigkeit aber auch wirklich obwal-
ten, so kann dennoch der daraus entnommene Einwand in
keiner Weise für erheblich erachtet werden. Derselbe wird

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