Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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Güter im §. 726. für wechselfähig erklärt sind, in der An»
nähme, daß bei der Bewirthschafiung von dergleichen Be-
sitzungen wohl Fälle Vorkommen könnten, in welchen der
Besitzer, zur Aufrechthaltung der Wirthschaft, augenblicklich
einen bedeutenden Credit nöthig haben möchte, den er sich
nicht anders, als durch Uebernahme der strengen Wechsel-
Verpflichtungen, verschaffen könnte. Es ist dies derselbe
Grund, weshalb den Haupt- und Generalpächtern größerer
Aemter die Wechselfähigkeit auf die Dauer ihres Pachtbe-
sitzes beigelegt ist. Sollte hierüber ein Zweifel obwalten,
so hebt ihn gänzlich Suarez Bemerkung unter Nr. 2., wel-
che ich oben S. 161. mitgetheilt habe. Nur des besse-
ren Wirthfchaftsbetriebes wegen ward beiden die Wechsel-
fähigkeit gegeben. Ist dies aber der Grund der, den Be-
sitzern adlicher Güter zustehenden Wechselfähigkeit, so muß
schon die Erwerbung des Eigenthums solcher Güter
die Besitzer derselben wechselfähig machen, und es kann die
erfolgte Besitztitel-Berichtigung nicht noch als uner-
läßliche Bedingung vorgeschrieben sein; denn der Gesetzgeber
ging nicht von der Ansicht aus, daß zur Uebcrtragung und
Erlangung des Eigenthums die Berichtigung des Besitztitels
nothwendig erfordert werde, schrieb dieselbe vielmehr nur
vor, um die Ungewißheit des Eigenthums zu verhüten.
Darum gedenkt auch der §. 726. nicht der vorher erfolg-
ten Berichtigung des Besitztitels als einer Bedingung zur
Erlangung der Wechselfähigkcit eines solchen Gutsbesitzers.
Man trägt dieses Erforderniß auf den §, 726. freilich
aus der Bestimmung des §. 727. herüber. Hier heißt cs:
„wenn der Besitzkitel eines adlichen Gutsbesitzers im
Hypothekenbuche gelöscht worden, oder wenn die Pacht
aufgehoben ist; so erlöscht die darauf gegründete Wech-
selfähigkeit."
Diese Gesetzstclle rechtfertigt indeß meines Erachtens nicht

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