Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

135

von Fideicommissen simpliciter einführen, nach wel-
chen der Sohn facta patris in fideicommisso nicht
prästiren darf; sondern nur, als Allodial-Erbe, zur
Schadloshaltung verhaftet ist. Allein die Extension
dieser, an sich allerdings richtigen, den principiis
und der Natur der Sache angemessenen Vorschriften
ist nicht möglich, weil hier ausdrückliche dispositio-
nes schon vorhandener Lehnsgesetze im Wege stehn,
von welchen man, ohne zu Beschwerden und Ver-
wirrungen Anlaß zu geben, so geradezu nicht abge-
hen kann. Dagegen glaube ich, daß man von den
verschiedenen Auslegungen der bisherigen Lehnsge-
setze, und besonders des berühmten Textes II. F. 45,
diejenige annehmen müsse, welche sich den allgemei-
nen principiis, der Natur der Sache, und der Ana-
logie am meisten nähert. Nach dieser ist zuvörderst
ein Unterschied zu machen unter Schulden, und an-
deren Dispositionen über das Lehn, z. B. Veräuße-
rungen, constitutionibus servitutum etc. Ferner
ist zu distinguiren: ob die Söhne zugleich Allodial-
Erben des Vaters geworden sind, oder nicht. Sind
sie seine Erben geworden: so müssen sie alle facta
patris auch circa feudurn vertreten. Diese Ver-
fügungen betreffen entweder blos die fructus des
Lehns; diese müssen die Söhne simpliciter gelten
lassen: oder sie betreffen substantiam feudi, z. B.
Veräußerungen von Theilen oder Pertinenz-Stücken;
diese können die Söhne zwar revoeiren, sie müssen
aber den tertium, als Allodial-Erben, vollständig
entschädigen. Die Frage ist bei diesem Falle nur: ob
ein Sohn, der des Vaters Erbe in fendo et allo-
dio zugleich geworden ist- aus das beneficium in-
ventarii provociren könne, und also, wenn er facta
8 *

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer