Full text: Volume (Bd. 1 (1830))

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sondern drei Achtel, nämlich die Hälfte ihrer Jntestat-Erb.
Portion beträgt.
Ascendenten concurriren ferner mit des Erblassers Ge-
schwistern und Geschwister-Kindern, die keinen Anspruch
auf die ke^ItilNÄ haben,
Entw. Th. I. Abth. 1. Tit. 3. §. 24. und Anmer-
kung daselbst,
wenn bei dem Absterben des Kindes eine der aufsteigenden
Linien bereits erloschen ist, dergestalt, daß sie an die Stelle
der erloschenen Linie treten.
Th. I. Abschn. 1. Tit. 2. §. 364. a. a. O.
Die andere, zur Succcssion gelangendes aufsteigende Linie
erhält in diesem Fall, als Intestat-Erbportion die Halste
des Nachlasses;
H. 360. ibid.
der aus dem Nachlaß zu verabreichende Pflichtthekl be-
trägt also nur ein Viertel des Nachlasses.
Ascendenten und Descendcnten sind demnach nicht
im Pflichttheil verletzt, wenn sie bei der Concurrenz mit
überlebenden Ehegatten drei Achtel erhalten. Eben so
wenig können Ascendenten über eine Pflichttheils - Ver-
letzung sich beschweren, wenn sie bei der Concurrenz mit
Geschwistern und Geschwisterkindern ein Viertel des Nachlas-
ses erhalten. Der Erblasser kann mithin in jenen Fällen
fünf Achtel, im letztem drei Viertel seines Vermögens ver-
schenken, ohne die Rechte seiner Notherben zu kranken.
Dennoch würden sie nach den <$§. 784. 785 cit. eine solche
Schenkung als inofficiös anfechten können.
Gewiß war es aber nicht die Absicht, in diesen
Fällen den Notherben einen Anspruch auf eine größere
Summe zu geben, als ihr Pflichttheil beträgt: man muß
vielmehr annehmen, daß bei der Fassung der §§. 509. 510.
784. 785. Tit. 8. Abth. 2. Th. H. des Entwurfs, die

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