Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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ja völlig einander widerstreitende rechtliche Kederr»
tung beigelegt haben sollten.
Noch weniger läßt sich dies denken, wenn man er»
wägt, daß alsdann die weit vorsichtigeren und strengeren
Hanseaten, deren Gesetzgeber größtenteils Rheder waren,
hier gerade dem Sinn ergriffen haben müßten, nach
welchem der hanseatische Rheder im Vergleich mit dem
Dänischen nickt nur in eine schlimmere und gefährlichere
Lage gerathen, sondern auch im Verhältnisse zum Schiffer
weit über alle Berechnung und Controle hinaus
den Betrügereien desselben ohne Noth und Grund preis-
gegeben wäre. —
Es ist also durchaus alles gegen die Ansicht von
Cropp;— Natur der Sache, Geschichte und die Gesetze
der Nachbarstaaten, aus welche doch Cropp so großen
Werth legt, — und somit glauben wir die Antwort auf
unsere Frage so stellen zu dürfen:
»nach hanseatischem Scerechte ist der Rheder kei-
»nesweges verpflichtet die von seinem Schiffer
»auf ihn gezogenen Wechsel honoriren zu müssen,
»vielmehr hängt dieses ganz von seinem Wil-
»len und seiner Willkühr ab.
Was aus diesem allen nun für die etwaigen Fragen
folgt, in wiefern der hanseatische Rheder aus den sonsti-
gen Verträgen des Schiffers verantwortlich und ver-
bindlich sey, gehört dieser Untersuchung nicht mehr an;
jedoch haben wir schon oben bemerkt, daß wir die
Cropp'sche Ansicht, nach welcher der Rheder nach dem han-
seatischen Seerechte aus solchen Verträgen des Schiffers
persönlich und über den Werth von Schiff und La-
dung hinaus verbindlich seyn soll, weder theilen
noch billigen.
vr. Elard Meyer.

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