Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

n

der nicht stärker verpflichtet werden sollte, als es bei der
gewöhnlichen Wechselziehung wegen verfrach«
teter Baarschaft der Fall war.
Der Umstand, daß man dieses Hülfsmittel selbst
dem Verkaufe von sonstigen Frachtgütern vorzog, giebt
dieser Ansicht noch mehr Gewicht; denn da fast jedesmal
die Verwendung solchen Geldes durch Havarie-Grosse ver»
gütet ward,' und daneben der Eigenthümer desselben selbst
zur Havarie-Grosse wahrscheinlich nicht contrt&mtte,12)
was doch bei Frachtgütern der Fall war; so wurde
fast jedesmal die ganze Summe bei Ankunft des Schif-
fes von dem Ganzen zurückbezahlt, und die Rheder hat-
ten gar keinen oder doch jedenfalls geringeren Schaden,
als wenn der Schiffer die eigentlichen Frachtgüter
angegriffen hätte. —'
Das Gesetz kommt durch diese Auslegung in den
rechten Einklang mit der Geschichte und der gleichzeitigen
Gesetzgebung; und in Bezug auf letztere erscheint der von
den Wechseln redende Satz nur als eine erinnernde An,
metkung für den .Schiffer, die man versorglich nicht weg-
lassen wollte, um ihm stets alle Hülfsmittel vor Augen
zu halten, damit er Bodmerey vermeide.
Eben daher macht auch unser Gesetz keineswcges,
(wie Cropp dieses zu glauben scheint,^) die Gültig-
keit der Wechselziehung von der Beweislichkeit des
Schadens durch den Schiffer abhängig; — fordert auch
nicht/ daß der Geber des Geldes (Absender) von der Exi-
stenz des Schadens unterrichtet gewesen seyn müsse; son-
dern es bezieht sich die Bedingung, daß der Schiffer b e-
weislich Schaden genommen habe, ganz deutlich bloß
auf die Bodmereyanleihe, und steht weder mit

Q. W c ytfen c'rt. §. 23 — 26. — Langenbeck,
Anmerkung über das Hamb, Schiff- und See-Recht
pag. 171. §. 6, „Sie general Regul ist, was keine
Fracht bezahlet, bezahlet keine Avavie.“
,3) eit. §. 32,

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer