Full text: Volume (Bd. 1 (1837))

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heimlichte Geld die Form eines Wechselbriefes gab?).
Der Schiffer nämlich, schrieb seinen Nhedern, daß sie
demjenigen, dem eigentlich das Geld zugesandt wurde,
(Destinatair) eine Summe, deren Valuta er, der Schif-
fer, erhalten habe, auszahlen möchten; diesen Brief er-
hielt alsdann der Ablader, der seinerseits ihn dem Desti-
natair zur Vorzeigung und zum Gebrauch desselben bei
den Rhedern statt des Connossementes zusandte.
Da nun der solchergestalt von dem Schiffer auf die Rhe-
der gezogene Wechsel, dessen Adresse man damals Ueber-
schrift (Irrmsscriptio) nannte,«) ganz die Natur ei-
nes Connossementes hatte, mithin der Rheder den fingir-
ten Wechsel nicht eher einzulösen brauchte, bis das Geld
(ebenso wie jede andereWaare) wirklich wohlbehalten
angelangt war;§) so hatte ganz offenbar der Rhe-
der, auf welchen der Wechsel gezogen war, ,keinesweges
die Verpflichtung denselben schon vorher honoriren zu
müssen; es gestaltete sich der Wechsel als eine einfache
Empfangsbescheinigung, welche, wie jedes Con-
nossement, der Schiffer einzulösen hatte, und wobei höch-
stens^ dem Rheder die Pflicht oblag, bei wohlbehaltener
Ankunft des Schiffes den Schiffer dazu anzuhalten. —
Wenn nun der Schiffer solche Gelder am Bord
hatte und sich in der dringenden Noth befand, in Er-

7) Q. Wcytsen cit. §. 26. „ende werden de cog-
noscementen gemaekt by forme van cajnbie,
om daar by te bedecken het uytvoeren van den
gelde.“
®) Vergl. von Marte n s eit. §. 18. und „Anleitung
zum gründlichen Verstand desWechsel-Rechts,^ (Au-
tor unbekannt)'herausgegeben von Joh. Jac. Heydi-
ger 1676. und Kuricke im Comment. adjusmarit.
bans, zum Tit. VI. art/2. und lat. Übersetzung,
v) Die Clausel der alten Connossemente lautete so:
bet welke (Waaren, Gut oder Geld) ik belove te
leveren, in dien God my behouden reise
verle ent, aen «Le. «Le. cf. Verwer cit Bylagen
pag. 261.

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