Full text: Volume (Bd. 1 (1837))

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vernachläßigt werden dürfe und sein nächstes Augenmerk
seyn müsse.
Hätte man die mit der Prüfung der Rechtmäßig-
keit der Schuld in Widerspruch stehende regelrechte
Wechselziehung, 'verbunden mit der Verpflichtung
des Bezogenen zu honorircn, die hier (1591) zuerst und
ganz isolirt genannt wird, einführen wollen; so würde
man solche Verpflichtung, welche die niederländischen und
dänischen seerechtlichen Quellen nicht kannten, schon des
Gegensatzes wegen, wohl bestimmt ausgesprochen haben.
Die Gesetzstelle thut das aber gar nicht, und dafür,
daß die Befugniß des Schiffers zu trassiren die Ver-
pflichtung des Rheders zu acceptiren voraussetze, läßt
sich kein durchgreifender Grund aufsinden, da ja selbst
nach der Natur des Wechselrechtes der Darleiher auf
Wechsel oder der Käufer desselben (Remittent) nicht der
Acceptation von Seiten des Bezogenen völlig vergewis-
sert ist.

§.9.
Die geschichtlichen und localen Verhältnisse jener
Zeit, in welcher unser Gesetz entstand, liefere uns nun
aber noch sonstige Belege, daß damals der Schiffer in der
Lhat oft Wechsel auf seine Rheder gezogen habe, ohne
daß selbige verpflichtet gewesen sie zu honoriren oder ein-
zulö'sen, wenn nicht der Schiffer wohlbehalten zu
Hause anlangte.
Da höchst wahrscheinlich gerade' diese häufig vor-
kommende Thatsache den Gesetzgebern vorgeschwebt hat,
so wird es nicht überflüssig seyn sie genauer zu entwickeln.
Bei dem insbesondere im 16ten Jahrhunderte äus-
serst lebhaften Handel der Hanseaten mit den Niederlän-
dern, i) mußten sehr häufig Baarschaften, sey es zum

*) Unsere Gesetze geben schon allein die genügendsten Be-
lege für solche derreitige frequente Geschäftsverbin-
dung der Hanseaten mit den Niederländern, }. B.

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