Full text: Volume (Bd. 1 (1837))

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Lübeck gegeben worben war, so ist nicht zu bezweifeln, ,
daß jenes Dänische Gesetz .auch auf dieses großen Ein-
fiuß geübt habe, und man darf wohl annehmen, daß
man auch die von den Dänen rückstchtlich unserer Auf-
gabe angewandten Rechtsgrundsätze anerkannt und gebil-
ligt habe.
Man darf jedoch, da die, Hanseaten, — deren Ge-
setzgeber, an den Hansetagen in besseren Zeiten Kauf-
leute, also auch Rheder waren, — wohl voraus-
setzen, daß diese bei der beispiellosen Eifersucht der Han-
seatischen Rheder, und ihrem Mißtrauen gegen ihre Schis-
ser, welches, — wie sich aus der Vergleichung der ältern
Hanseatischen mit der Dänischen Gesetzgebung ergiebt, *—
bei den Hanseaten die auffallend ängstliche und einseitige
Auffassung der Rhedereiverhältnisse veranlaßt, solche mil-
dere Grundsätze nur allmählig auf sich haben Einfluß
gewinnen lassen: — dagegen würde es unerklärlich blei-
ben, wenn man annähme, die Hanseaten hätten die mil-
deren Ansichten der Nachbarn noch überbieten wol-
len, und jene Gesetzgeber, welche sehr natürlich zunächst
nur das Wohl der Rheder im Auge hatten, hätten
geneigt seyn können ihre Rheder aus den Handlungen der
Schiffer strengerzu verpflichten, als die übrigen be-
nachbarten Völker, insbesondere die Dänen, es angeordnet
hatten.
§. 6.
Das angeführte Dänische Seerecht von 1561 hat
nun folgende auf die Verbindlichkeit der^ Rheder bezug-
habende Bestimmungen getroffen:
Art. 46. »Wenn ein Schiffer in fremde Lande kommt,
»und dort Geschäfte (Handel) treibt, sey' dies Kauf
»oder Verkauf, Fracht oder welchen sonstigen Han,
»del man nennen kann, und hat daselbst mit Brief
»und Siegel (inet Bref oc fegt) seine Rheder,
»welche daheim sind, verpflichtet, daß sie dafür
»aufkommen und entgelten sollen; So sind sie
»in keinerlei Weise verpflichtet dafür

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