Full text: Volume (Bd. 1 (1837))

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sie gewinnen mußten; so stellte sich dort dar Verhält-
niß unserer Frage also: , .
Die ältesten Quellen des Seerechtcs für Flandern
waren diejenigen Bestimmungen, welche aus dem See-
rechte von O löron stammend, von den flandrischen See-
rechten recipirt worden waren; die Holländet hatten wie-
derum zum Theil hieraus, zum Theil aus eigenen Ge-
bräuchen und Regeln eine anders Sammlung veranstaltet ; —
beide bildeten, vereint.mit einigen Lheilen des Lübischen
Rechtes, das sogenannte See recht vonWlsby, welches
zuerst im Jahre 15V» in Copenhagen gedruckt wurdet)
Aus' diesen Gesetzen aber geht nun, wie schon gezeigt ist,
indirect hervor, daß der Rheder sür den Schiffer überall
nicht haste, und die Richtigkeit dieser Ansicht wird dadurch un-
gemein bestätigt, daß Hugo Grotius, gründlicher Ken-
ner, warmer Verehrer und geistreicher Ausleger des Rö-
mischen Rechtes, selbst bezeugt, daß in Betreff der Ver-
bindlichkeit des Rheders aus den Handlungen des Schif-
fers, das Römische Recht dort nicht ausgenommen sey, weil
es mit dem Wesen des Handels im Widerspruch stehe. 2)

a) Der Abdruck davon findet sich auch in Pardessus eol-
leCtion Tit, I. pag. 463. Rach diesem Abdrucke
wird weiter unten citirt werden, da er »och am mei-
sten mit der holländischen Ausgabe von Verwer
und der Engelbrechtsche» Urbersetzung übcre,inkommt.
'Es scheint übrigens als ob die einzelnen Theile und
Gesetzgebungen, aus welchen namentlich, das der Aus-
gabe von 1205 zum Grunde liegende Manuscript
des Wisb. 9f. zusammengesetzt ward, von diesem
bald verdrängt worden seyen; mindestens erklärten die
Holländer 1570 dem Herzoge von Alba, daß daS
Wisb. Secrecht in seerechtliche» Angclegenbeiten
bei ihnen Gesetzesansehen genieße. cf. meine Histo-
ria legum maritimar. medii aevi eeleber. pag. 09.
Not. 89. und §. 31. seq.
*) Ilug. Grotii de jure belli ac pacis libri tres. L. II.
cap. XI. No. 13. Atque adeo apud Hollandos,
ubi mercaturo pridem maxime viguit, ct nunc
et olim lex illa Romana observata neuest:

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