Full text: Volume (Bd. 1 (1837))

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sind hier, daß die Ehe aämlich ausgehoben, und die Wie-
derverheirathung des Unschuldigen gestattet wird. Den
schon erwähnten Collusions-Eid voriuschreiben, bleibt in-
deß dem Gerichte unbenommen, und kann derselbe im
Fall einer erlassenen Edictalladung auf den Umstand aus-
gedehnt werden / daß dem klagenden Theileder Aufent-
halt des' andern wirklich unbekannt sek. *) Was die Wer- ^
mögcnsrechte anbetrifft, so tritt hier ein ausdrücklicher
"ÄusMuß,' vom Sammtgute nicht ein, weil diese Strafe
'"Allein für den Ebebruck vorgeschriebe« ist. * 2 3) Nach der
Analogie des in der Nöte 4. S. 36. gedachten Falles wird
eine Auslösung des Sammtgutes also nur nach Köpfen ge-
schehen können. Es erhielt dort ebenfalls die unschuldige
Mutter die Erziehung der Kinder und die Verwaltung
der Kindestheile.
In Betreff der lebensgefährlichen Mißhand-
lungen als eines Scheidungsgrundes bemerkt das Ober-
gericht mit Recht, wie hierin eine eben so große Verlc-
tzung der ehelichen Verhältnisse als im Ehebrüche und in
der böslichen Verlassung erblickt werden müsse, und cs
sich also nicht rechtfertigen lasse, eine solche Ehe zum Nach-
theil des Unschuldigen bestehend zu cdjaltcit. s) Die Miß-
handlungen müssen aber in Thatsachen, nicht blos in An-
drohungen bestehen.4 *) Als Beispicle kommen vor"'—
Stich mit dem Messer durch"bm Arm, Fußtritt in den
Leib u. s. w. 6) Eine Einrede der Compensation da^

Schmidt c,a uxor. d. 13. März 1820. 14,161.
Sch weicher! v. uxor. b. 18, Sept. 1815.2,268,
a) Hartig uxorc/a maritum 6.10. Dec. 1821. 17,362.
3) Kiesel uxorc|amaritum6.25.©ept. 1820.15,177.
(Die Frau war „mörderlich geprügelt, ihr daS Haar
ausgeraust, sie war mit Füßen getreten, daß sie für
todt dagelegen, und nachher Blut ausgeworfeu.")
B r e i t e n b a ch uxor v/a mar d. 21.Juni 1822.18,393.
Siegen er mar. v/a uxor. d. 5. Juli 1821.22,387.
H a r t i g uxor c/a mar. d. 25. Sept. 1820. 15,177.
Hdineke« uxor c/a maritum d. 12. Mai 1323.
26,310.

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