Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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dasjenige, was ihm durch den Tod des Schuldigen^!
Vermögensrechten zugeflossen sein "würde.*)
Wie das Gleiche bei einer Scheidung wegen des ob-
waltenden Verdachtes Statt finden müsse, wird in der

Noch nicht entschieden ist, ob unsere Gerichte eine
wahre mit allen folgen begleitete Sckeiduna auch in dem
Falle' aussprechen würden, da der unschuldige Theil^ka-
tholischer Confession wäre. Obgleich hier - viele Gründe
dafür sein mögen,' daß den protestantischen Richter allein
das protestantische Eherecht bindet, ft> läßt doch ein kürz-
lich vorgekommener Fall, auf eine entgegengesetzte An-
sicht des Gerichts schließen. Des Schauspieler Gl. Ehe-
frau, katholischer Confession, trug nämlich auf Scheidung
wegeti^ Ehebruch gegen ihren protestantischen Ehemann,
und auf Erlaubniß zur Wiederverheirathung an. Es
wurde ihr darauf unter der Hand eröffnet, daß ihre Con-
fession bekannt sei, das Gericht daher diesen Punkt von
"Ämtswegen erörtern, und auf keine Scheidung quoad vm-

^bruche macht endlich das Obergericht dem Criminalaerickte
ex qUcio die Anzeige. 3) x
"" Der Scheidungsgrund der böslichen Ver-
lassung wird ganz nach, gemeinem Rechte behandelt.
Es°1kommt dabei nicht blos auf den Act der Entfernnng.

i) Jul. Jung uxor c/a maritum d. 22. Sept. 1817.
8,126.
LHiilerneistsr sto com. donorum inter conjuges

Daß in einem Falle, wo der schuldige Theil der
Mann ist, auch die ^ideellen Antheile der Kinder ins
' lieben treten, muß wohl mit (Lonsequeuz angenommen
werben.
.^) Jung nxor o. maritum d. 22. Sept. 1817. 8,126.
Jung uxor c. maritum d. 30. März 1818. 9,253.
s) Gröning uxor c/a maritum d. 4. Febr. 1822.18,43.

ausgesprochen. 2)

§. 25.

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