Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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nicht, ist durch unsere Praxis bejahend >) entschieden. ES
kommen daher nicht allein'-Ehebruch uniÄösliche Ver»
^ lassung, sondern ebenfallAäebensgefährliche Mißhandlungen"
»-Nachstellung nach dem Leben ^hartnäckige Verweigerung
des Beischlafs^-Jmpotenz, welche bereits vor Eingehung
der Ehe bestandenWiederausbruch der faes' venerea.
welche durch schlechtes Leben vor der Ehe veranlaßt war,
ch dauernde Erfolglosigkeit einer Trennung von Lisch und
Wett^/ewige Gefängmßstrafe als von unserm Obergerichte
anerkannte Scheidungsgründe vor.
Wegen Ehebruch wird auf völlige Trennung d«S
Ebebandes erkannt, und' gegen denSchuldigen das Ver-
,bot der Wicderverheiratbung ausgesprochen, und zwar dies
^letztere von Ämtswegen, sollte der klägerifche Thcil auch
^nicht. charauf angetragen haben. 2) Dagegen muß es dem
. unschuldigen Gatten angerathen werden, ausdrücklich für
sich auf die Gestattung der abermaligen Ehe Ansprache
zu"erheben. 2)'"H;or der Trennung hat indeß das Ge-
richt die Befugniß von dem klagenden Theile den Col-
lusions-Eid zu verlangen, daß die Causalien mchtchlos -

1 Corinther VH. 15. So'aber der Ungläubige sich
scheidet, so laßt ihn sich scheiden. ES ist der Bruder oder
die Schwester nicht gefangen in solchen Fällen. In
Frieden aber hat nnS Gott berufen.
Diese Stelle ist eben so wenig geeignet die Schei-
dung wegen bö slicher' Verlassung aus der^ Bibel^u
- rechtfertigen, denn die Grundsätze, welche"a»f einen
heidnischen Ehemann, der sich von einer dem Chri-
stenthume anhangendeik Frau scheidet, angewandt wer-
den, lassen sich auf eenen christlichen Gatten nicht
"analogisch ausdehnen.
Man kann also aus dem Evangelium wohl ein Der- '
^bot der Scheidung, aber niemals eine Beschränkung
aus bestimmte Fälle herleiten.
*) Krese f uioFc. maritum d. 25. Sept. 1820. 15,177.
K ni ef uxnr c. maritum (. 18. Dec. 1826. 26,318.
a) Fried. Wilh. Böttjer o. uror. d. 21. April
1815. 2,53.
a) Kiesel uxor o. .maritum d. 25. Sept. 1820. 15,177.
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