Volltext: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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stellt wird. Mit Wahrheit läßt sich sagen, daß die Ent-
scheidung meistens durch das^richterliche Ermessen, bestimmt
wird, mit hauptsächlicher Rücksicht auf das Vermögen, an
welchem der Verlebte durch die Ehe Kheil genommen ha-
ben würde i).
Mit dem Verlöbnisse in genauer Beziehung und ste-
ter vracti'schcr Verbindung stehend ist das Institut der
Einsage, weshalb selbiges in den Kreis der gegenwär-
tigen Erörterung aufzunehmen. . Da indcß die Verfü-
gung der Einsage nicht minder auf eine Stupration wie
auf ein Verlobniß gestützt werden kann, so erscheint
es zweckmäßig, die Grundsätze zu erwähnen, welche in
unserer Praxis über diesen Punkt angewendet werden.-—
Die Vorschrift des Canonischen Rechtes, daß wer
ein unbescholtenes, Frauenzimmer verführt, sie beiratben
und dotiren müsse* 2), ist auch durch die Bremische Praxis^
. in die gleiche, aber alternative VerbindlMeit umgewän-
delt worden3 4). Der Verletzte ist also - berechtigt Ehe
oder Entschädigung zu verlangen. Welche Natur die
letztere eigentlich habe, ist nach gemeinen Rechten sehr be-
stritten, die Bremische Praxis nimmt aber konsequent
an, daß darin nicht so sehr eine wahre Dotation als
vielmehr ein Ersatz liege, welcher der Verführten deshalb
geleistet wird, weil ihr durch jenen Umstand die Gele-
genheit einer ehelichen Versorgung so bedeutend erschwert:
worden §). Der Maßstäb der Entschädigung ist also

Becker Wwe. c. Straat d. 30. Januar 1828.
25,197.
In Sachen Anna Boden o. Frese. 30,95.
wurde eine Commission niedergesctzt, „m die Parteien
über den Betrag des beklagtischen Vermögens und
jährlichen Einkommens zu vernehmen.
2) c. IX de adult.
3) Sophie Engelken o.H.d. 15.April 1822. 18,211.
4) Marg. Hilken o.Lührs d. 7.Juni 1819. 12,261.
s. Note 3.
Cath. Erdmann v. Jvh. D.Müller d. 9.Juli
1327. 37,250.

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