Volltext: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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eventuelle Anspruch auf daS Interesse gleich verbunden
werden, es ist aber Auch zulässig. erachtet, Diesen Anspruch
zu erheben, wenn sich nach Ablauf der gewöhn!!^ 2 Mo-
nate betragenden Paritions-Frist ergiebt, daß der Verur-
theilte bei seiner Weigerung bcharrt. Alsdann wird noch
in dem nämlichen Verfahren der Entschädigungs-Anspruch
regulirt *). ^
Die Entschädigung, welche der wortbrüchige Ver- .
lobte dem anderen zu geben hat, besteht in der Leistung
dessen, was der andere an Vermögens - Vortheilen durch
die El^e erlangt haben würde * 2). Die genauere Bestim-
-LIM3- hat hier freilich manches schwierige. Daß der wirk-
lsck Wortbrückiae auf Verlangen mit der Hälfte seines
Vermögens entschädigen müsse, ist ein im Gedächtniß un-
serer Bürger lebendes Gewohnheitsrecht. Zur gerichtlichen
Anwendung kam dasselbe, als ein,Wittwer, welcher^Kin-
der hatte, die Vollziehung eines Verlöbnisses weigerte.'
Hier bestimmte das Obergcricht, daß die Verletzte einen
Kopftheil von dem Vermögen ihres Verlobten haben solle,
und wurde letzterem daher auferlcgt, die Zahl seinerKin-
der^ namhaft zu machen 3). Dies ist also derselbe Grund-
satz, nach welchem ein^cdige^ZuirggMl mit der LäW
^Mes , Vermögens büßen müßte. Ungeachtet- der erwähn-
ten Entscheidung muß man aber doch^Bedenken tragen,
das gegenwärtige Bestehen eines solchen Gewohnheitsrech-
tes zu behaupten, und zwar aus dem Grunde, weil bei
den vielen Eheklagen jenes Beispiel wohl einzeln dasteht4),
-und ^jedenfalls in den meistenFällen aus eine
stimmte Geldsumme geklagt, und eine solche vom Gerichte
ohne diHeringste Erwähnung jenes"°Grundsatzcs festge-

'1 Gcsche GeilS L. Kortwig d. 21. Sept. 1818.
10,245.
S. Note 1.
3) S. Note 1.
^Geklagt wird freilich ebenfalls auf die Hälfte des
^.MxrmvgeuL in Sachen Fischer c. Malige lS. 21,
465. Dcr^uult kam aber nicht zur Entscheidung.

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