Volltext: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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Äm.Uebrigen richten sich die gesetzlichen Bedingun-
gen des Berlöbnisses nach gemeinem Rechte. Namentlich
anerkannt ist rn dieser Rücksicht, daß ein auf die Zukunft
gerichtetes Verlöbniß eines Ehegatten' nicht!« sei Auf
gleiche Weise, werden die Gründe eines Rücktrittes vom
Berlöbnisse beurtheilt. Arge Jmmoralität 2), welche eine
unglückliche Ehe befürchten. läßt, unkcusche Lebensart deS
einen Contrahente» vor dem Verlöbniß, welche dem ^an-
deren nachher erst zur Kunde kam3), Berschlimmcrung
der Gesundheit. welche deshalb den Lasten der^Ehe nicht
mehr gewachsen scheint^), und widerliche körperliche Män-
^gel, sind als Causalien 5) in dcr' Dmxis zur^Anweiidung
gekommen 6). Von einer bestimmten Form hängt die
Gültigkeit des Berlöbnisses übrigens^nicht. ab, und hat
darüber der Senat auf Bitten eines Betheiligten sogar
ein Attest ausgegebcn im Sc vom 31. Oct. 1821 ?).
Begründet" wird dasselbe durch directe Erklärungen wie
durch indirecte, z. E. durch das einer Verführten gege.

*1 Cath. Erd mann v. Joh. Müller d. 9. OM'r...
1826. 26,134.
-) Anna Flasch c. Friedrichs b. 5. Ja». 1824.
21,394. .
3) Für beide Verlobte drückt sich daS Obergcricht also aus
in Pabvrn c. Rahlen deck d. 1. April 1826,
25,342.
Heinrich Fischer o. Mangels d. 19. Januar
1824. 24,464.
Di^ Einrede her,Arnu»th wurde verworfen, weil die
verlobte Klägerin geschwängert worden, in Sache»
Anna Flasch c. Friedrichs d. 5. Jan. 1824.
21,394. Derselbe llnistand soll der rciStitulio mino-
ris entgegenstchcn, s. dies. Eutschdgr.
") Gegen einen Verzicht sann die Renunciantin nicht
geltend machen, daß ihr damals der Zustand 'ihrer
Schwangerschaft unbekannt gewesen. Margaretha
Stake cf SöcTüc d. 24. Febr. 1817. 6,382.
D Siehe Note 4,

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