Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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will, soll derselbe wegen der Mitgifte derer Herren Rich-
ter, der Herren Gohgräfen und Gutsherrlichen Consens,
auch der ersten Consirmation erfordern, damit nicht ein
mehreres als dieselbe Stätte ertragen könne, möge ver-
sprochen werden, sonsten, und da dieses nicht geschehen
- sollte, werden Brautbriefe und andere Eheversprechungen
unkräftig und ungülti g hiemit erklärt.«
Verordnung v. 21. März 175V >) ......
m Demnach Ein Hochedler Hochweiser Rath dieser Stadt
in Betracht gezogen, daß die heimliche Verlöbnisse
derer Kinder , ohne der Eltern Consens, desgleichen
der minderjährigen Personen, zum öfteren zu beschwerli-
chen und lang dauernden Eheprocessen daher Anlaß gege-
ben; weilen im hiesigen Stadt-Rechte nicht deutlich und
binlänglich ausgedrücket, in welchen Fällen solche vor
gültig oder ungültig zu halten seyn; So hat derselbe
seines obrigkeitlichen Amts zu seyn billig erachtet, sotha-
ner Ungewißheit abzuhelfcn, und Kraft dieses offnen Edicts,
die heimliche Verlöbnisse derer Kinder gänzlich zu ver-
bieten, und wie es mit denen Eheversprechungen der Min-
derjährigen künftig hin zu halten sey, hiemit zu verordnen.
Will demnach und gebeut:
1) daß unverheurathete Personen, deren Eltern an-
noch im Leben, sie mögen von ihnen bereits abgetheilt
seyn oder nicht, ohne der Eltern, und nach deren Abster-
ben, der etwan noch lebenden Groß-Eltern vorhergängigen
Consens, kein Eheverlöbniß eingehen sollen, mit der aus-
drücklichen' Verwarnung, daß widrigenfalls sothane Ver-
abredungen, wann auch die voyula earnali«, und eine heim-
lich erschlichene priesterliche Copulation hinzugekommen, auf

]J Sammlung der V. O. von Fr. Meier. S. 417.
.. Die Quelle unserS Gesetzes ist vielleicht die Hanno-
versche Eheverlobiiiigs-Constitutio» v. 16. Jan. 1733.
Siehe Fr. Chr. Millich Auszug ans den Br.-Lü-
neburgischen Landesgesetze» 35. 1. Lit. A, G. p,ö33.

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