Full text: Volume (Erg.Bd. 1902 (1902))

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Die Landesgesetzgebung in den Jahren 1898—1900.

3. Stillungen.
Betrifft insbesondere die zur Entstehung einer rechtsfähigen Stiftung erforderliche Ge-
nehmigung (B.G.B. ß 60), die zur Aenderung der Zweckbestimmung und zur Aufhebung
einer Stiftung zuständigen Behörden (8 87) und das Schicksal des Vermögens der Stiftung
bei deren Erlöschen, falls in der Verfassung keine oder keine ausreichende Bestimmung ge-
troffen ist (B.G.B. 8 68).
Zuständig in: ^
Anhalt nach B.G.B. 88 60, 87 der Landesherr (Ausf.-G. z. B.G.B. Art. 5, 7); event.
Anfallsrecht des Fiskus (Art. 6 daselbst).
Bayern nach B.G.B. 8 60 der Landesherr (Ausf.-V. z. B.G.B. 8 5); event. Anfallsrecht
des Fiskus <Ausf.-G. z. B.G.B. Art. 5).
Braunschweig nach B.G.B. 88 80, 87 die ^Landesregierung (Ausf.-G. z. B.G.B. § 10);
event. Anfallsrecht des Fiskus (8 14 dasel bst). '
Elsaß-Lothringen nach B.G.B. 88 60, 87 das Ministerium (V. v. 6. Dez. 1899, betr. Ver-
eine und Stiftungen, % 7); event. Anfallsrecht der gesetzlichen Erben des Stifters (Ausf.-G.
z. B.G.B. §7).
Bremen nach B.G.B. 88 60, 67 der Senat (Ausf.-G. z. B.G.B. §.4); event. Anfallsrecht
des Fiskus (8 5 daselbst).
Hamburg wie Bremen (Ausf.-G. z. B.G.B. 88 6, 17, 19).
Lübeck nach B.G.B. 88 60', 67 der Senat (Ausf.-G. z. B.G.B. 88 6, 10); event. Anfalls-
recht der Gemeinde, in der die Stiftung ihren Sitz hat (8 11 daselbst).
Hessen nach B.G.B. 8 60 der Großherzog, nach 8 67 das Staatsministerium (Auss.-G.
z. B.G.B. Art. 7, 8); event. Anfallsrecht des Fiskus (Art. 9 daselbst).
Lippe-Detmold nach B.G.B. 88 60, 87 das fürstliche Staatsministerium (Ausf.-G. z.
B.G.B. 88 6, 7); event. Anfallsrecht des Fiskus (8 11 daselbst). Einer am 1. Jan. 1900
bestehenden Stiftung einer Anstalt bleibt, sofern sie nach dem bisherigen Rechte als rechts-
fähig gilt, die Rechtsfähigkeit auch dann gewahrt, wenn sie solche nicht durch Verleihung
erworben hat (8 12 daselbst).
Schaumburg-Lippe nach B.G.B. 88 60, 87 das Ministerium (Ausf.-G. z. B.G.B. 8 9) ;
event. Anfallsrecht des Fiskus (8 11 daselbst).
Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz: erforderlich nach B.G.B. 8 80 landes-
herrliche sin Mecklenb.-Schwerin aus dem grotzherzoglichen Ministerium zu erlassendes
Verordnung (Ausf.-V. z. B.G.B. 8 16), zuständig nach 8 67 die im 8 17 der Ausf.-V.
bezeichneten obersten Aufsichtsbehörden; event. Anfallsrecht des Fiskus und der Städte
Rostock und Wismar (Ausf.-V. z. B.G.B. 88 21, 22).
Oldenburg nach B.G.B. 88 60, 87 das Staatsministerium (Ausf.-V. z. B.G.B. 88 5, 6).
Preußen nach B.G.B. 88 60, 87 der König (Ausf.-V. z. B.G.B. Art. 4, 5 (Besonder-
heiten gelten für Fainilienstiftunyen, Art. 1—4 des Ausf.-G. z. B.G.B., zuständig zur
Genehmigung dieser das Amtsgericht, in dessen Bezirk die Stiftung ihren Sitz haben soll,
zur Aenderung der Verfassung und Aushebung der Stiftung der Justizminister, Ausf.-G.
z. B.G.B. Art. 1 verb. m. Art. 5 der Ausf.-V. z. B.G.B.s); event. Anfallsrecht der Ge-
meinden oder sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts für die von ihnen er-
richteten oder verwalteten Stiftungen, im Uebrigen des Fiskus (Ausf.-G. z. B.G.B. Art. 5).
Reutz ältere Linie nach B.G.B. 88 60, 87 der Landesherr (Ausf.-G. B.G.B. 8 14);
event. Anfallsrecht des Fiskus (8 14).
Reutz jüngere Linie: es gilt dasselbe wie für Reuß ält. Linie (Ausf.-G. z. B.G.B. 8 10).
Sachsen nach B.G.B. 88 60, 87 das die Aufsicht über die Stiftung führende Ministerium
(mithin das Kultusministerium, soweit nicht aus Nr. 4 EII der V. v. 7. Nov. 1831 etwas
Anderes erhellt (Ausf.-V. z. B.G.B. 8 7)]; das aufsichtsführende Ministerium entscheidet
auch über die event. Anfallsberechtigung des Stiftungsvermögens.
Sachsen-Altenburg nach B.G.B. 8 60 der Landesherr (Ausf.-V. z. B.G.B. 8 4); event.
Anfallsrecht des Fiskus (8 9).

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