Full text: Volume (Bd. 1, H. 1/2 (1829))

i. Beweisen. 75
Rechtssaß als Gewohnheits-Recht gelte; wir
können auch sagen, er habe bewiesen , daß
sein Rechtssaß aus Stellen des Corpus Juris,
daß die-Eristenz des von ihm behaupteten Ge-
wohnheits-Rechts aus den von seinen Zeugen
für richtig ausgegebcnen Factis folge , daß er
mit der Last des Beweises verschont werden
müsse. , ;
- Im Civil- Processe hingegen gebrauchen
wir'daS Wort Beweiseir nur bey historischen,
und nicht einmahl bey allen historischen Sät-
zen. — Wir gebrauchen es hier:
0 Bey historischen Sätzen. — Wir
sagen: der Kläger hat bewiesen, daß ihm daS
Eigenthum zustehe, daß er dem Beklagten
ein Darlehn geliehen habe, daß in seinem
Wohnort ein Gewohnheitsrecht gelte , daß
Ihm ein Privilegium ertheilt sey.
2) tlia* bey historischen Sätzen. —
Wir sagen hier nie: der Kläger hat bewiesen,
daß aus den von seinen Zeugen für richtig. auS-
gegebenen Factis die Eristenz des von! ihm
vorgegebenen Gewohnheits-Rechts, daß aus
den in seinen Urkunden enthaltenen Säßen die
Richtigkeit seines Factums folge (m).
• . /;■. : 3)
(m) In diesen Fällen gebrauchen wir das Wort:
Deduciren. Vergl. Gönners Handbuch
deö Leutsch. gem. Prvceffes. B.U. S. «98.

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