Full text: Volume (Bd. 1, H. 1/2 (1829))

der Streitgenossenschaft. §. io. 207
nommene Behauptung, daß Streitgenossen
stccs schuldig seyen, in vereinten Vorträ-
gen zu handeln und einen gemeinschaftlichen
Procurator in dem gemeinsamen Rechtsstreite
zu bestellen. Dem allen ungeachtet aber glau-
be ich, daß, — abgesehen von dem was ger
schiehet, — diese Behauptung in den gemeinen
Rechten nicht gegründet sey; sondern halte da-
für, daß nach deren Vorschrift es jedem von
mehreren Slreitgcuossen in der 2\ftjd frep
stehe, seinen eigenen Anwalt zugleich und ne-
ben denen der andern Consorten in dem ge-
meinsamen Proceß zu bestellen, und daß nur
Ausnahmsweise Streitgenossen alsdann ge-
wissermaßen zu Bestellung eines gemeinsamen
Anwalts schuldig seyen, wenn ursprünglich
der Rechtsstreit nur von einer einzelnen Per-
son eingeleitet ist, hinterdrein aber niedre-
re Personen, entweder an die Stelle des ein-
zelnen anfänglich allein streitenden ThcilS tre-
ten , oder accessorisch intervcniren wollen.
Wenn hingegen gleich von Anfang an meh-
rere Streitgenossen belangt werden oder Klage
erheben, so gilt gewöhnlich, was namentlich cm
Gesetz sagt, unius litis plurium perfonarum
pluret dari procuratores non eft prohibi-
tum
§. 398. n. 2). Grolmann's Theorie des
gcrichtl. Verfahr. §. 61. Nettelbladt'S
Aul. zur pract. Rechrögel. §. 366.

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