Full text: Volume (Bd. 1, H. 1/2 (1829))

205 VI. Von der rechtlichen Natur

nicht die einzelnen Glieder derselben so viel ge-
trennte Processe führen, mithin der Richter
nur den vereinigten Vortrag der Genossen-
schaft attendiren zu dürfen scheint; wenn dieö
aber wäre, der Richter um überzeugt zu seyn,
dasi die ihm gemachten Anträge dem Gesammtr
Willen der Gesellschaft entsprechen, eines,ge-
meinschaftlichcn Organs, eines von allen Ge-
nossen legitimirten Procurators bedürfen wür-
de. Das natürliche dieser Vorstellungsart,
die Kosten-Vermehrung und Unbequemlichkei-
ten welche es veranlaßt, wenn mehrere Streit-
genossen nicht einen gemeinsamen Anwalt be-
stellen, ferner einzelne -Falle (s) in welchen
die Gesetze gewissen Arten von Streitgenossen
ausdrücklich auferlegen, einen gemeinschaftli-
chen Procurator zu bestellen, und endlich die
Idee als seyen Streitgenossen eine moralische
Person — der es ja nicht anders, als durch
einen Syndicum, in Rechtsangelegenheite» zu
handeln (t) erlaubt ist— alles, dies veran-
laßte wohl die ziemlich allgemein (u) aufge-
nomme-
(s) L. 48. D. famil. here. (X. 2 ) L. 5. §. 7.
D. judic. folvi (XLVII. 7.) L. Zl. §. Z. v.
de aedilit. edicV. (XXI. 1.)
(t) L. I. §. I. D. quod cujuscuuq. univ. nora.
(III. 4.)
(u) Glück's Commentar über d. Pand. 5. Tb.
§. 398.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer