Full text: Volume (Bd. 1, H. 1/2 (1829))

jo4 il. Begriff des Wortes Beweis.
beytraqen, daß er sie erhält, daß er aufmerk-
sam auf sie wird, kann vom Beweisen die
Rede seyn. Ganz ausgemacht ist ln der Kunst-
sprache deS Civil' Proceffes (u) der Gebrauch
des Wortes bewerfen wohl nur in den Fäl-
len, in welchen der Richter durch Zeugen oder
Urkunden überzeugt wird; in allen übrigen
Fallen wird, wie es scheint, dieses Worr ent-
weder gar nicht, oder doch nicht allgemein ge-
braucht.
Hat nemlich elne Parthey dadurch, daß
sie Zeugen oder Urkunden producirt hat, dem
Richter einen Grund seiner Ueberzeugung ver-
schafft; so sagt jeder, sie habe bewiesen.
Hat sie dieses dadurch gethan, daß sie
Ihrem Gegner den Epd zugeschoben hat (v),
' daß
(u) Der Svrachgebrauch des gemeinen LebenS
unterscheidet sich hier vom juristischen Sprach«
gebrauch besonders dadurch, dgß in dem
Falle, wenn jemand einen andern durch
Schlüsse überzeugt, im gemeinen Leben daS
Wort Beweisen ganz vorzüglich, im Civil«
Processe hingegen wenigstens nicht allgemein
gebraucht wird. — Wer ferner einen Bes
weis durch Augenschein annimmt, der ge-
braucht das Wort Beweisen im Civil -Pro-
cesse i« einem Falle , in welchem man es im
gemeinen Leben wenigstens nicht immer ge«
brauchen wird (S. oben §» i. Note f).

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