Full text: Volume (Bd. 1, H. 1/2 (1829))

iöa II. Begriff des Wortes Beweis.
§. '2.
Beym Gebrauch des Wortes Beweisen wird
auf die Art. wie der Richter die Gründe
seiner Ueberzcugung erhalt, und auf die
Gründe selbst Rücksicht genommen.
Da das Wort Beweisen sowohl im ge-
meinen Leben als im Civil-Processe Handlung
gen anzergt, durch welche jemand einem an-
dern Gründe der Ueberzeugung von einem
Säße verschafft, und insbesondere im Civil-
Processe Handlungen der Parlheyen, durch
welche ste dem Richter Gründe seiner Über-
zeugung verschaffen (§. i.)z so erhellet leicht,
daß in allen den Fällen, in welchen der Rich-
ter die Gründe seiner Ueberzcugung ohne alles
Zuthun der Parthcyen erhält, vom Bewei-
sen gar die Rede nicht seyn könne (q); —
daß folglich dann, wenn der Richter einen
Schluß macht, ohne daß ihm eine Parthey
gezeigt hat, wie er ihn machen könne; wenn
er, ohne darum von den Partheyen gebeten zu
seyn, kunstverständige fragt, und Augen-
schern einntmmt, und bey Eknnehmung des-
selben von den Partheyen auf nichts besonders
aufmerksam gemacht wird (r); wenn er blos
durch
(g'l Dergl. Nettelbkabts ^yftema elem. iu-
rispr. pof. Germ. comm. gen. §. loo.
(r) 3st dieses geschehen, — hat eine Partbey
dev

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