Full text: Volume (Bd. 3 (1811))

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3) Ist statt der ungemessenen Naturaldienste
ein Dienstgeld gegeben, ohne dafs solches durch
Verjährung oder Vertrag slipulirt worden; so ces-
siret .solches gegenwärtig nach Aufhebung der un-
gfmessenen Dienstpflicht gleichfalls.
Ausgemacht ist es nämlich, dafs in Ermange-
lung von Verträgen oder Verjährung durch ein auch
seit noch so langer Zeit gezahltes Dienstgeld, die
Dienstpflichtigen das Recht zu den Naturaldiensten
zurückzukehren, keinesweges verlieren 7): es ist
ein solcher Fall vielmehr als ein Vertrag anzusehen,
welcher über den in ein jedes Jahr fallenden Dienst
eingegangen, und mit jedem Jahr stillschweigend
erneuert worden, wovon jedem Theile abzuge-
lien , und, da sowohl auf Seiten des Gutsherrn als
der Dienstpflichtigen in dieser Hinsicht gleiche
Rechte und Verbindlichkeiten statt finden, statt
des Geldes den Dienst zu fordern oder zu leisten,
frey steht 8). Wenn die Dienstpflichtigen nun
gleich bey Aufhebung der ungemessenen Dienst-
pflicht etwas Gewisses, etwas Bestimmtes gaben,
so mufs die Verbindlichkeit, in der sie solches ge-
ben , doch stets nach den Principien beurtheilt wer-
den,
7) Puffendorff. Ob. T. ,i. Ob. 224. Westphal
deutsches Privatrecht. S. 366. Hageraann 1. c.
8) Glück Erläuterung der Pandecten Th. 2. §. 124.
8. 180. v. Bül o w und II a gemann practische Er-
läuterungen. Th. 1. N. 39. S. 211.

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