Full text: Volume (Bd. 3 (1811))

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Da eine ratio legis nie das Gesetz selbst Ist, so
kann man mit jenen blofsen Worten die Behauptung
einer Fortdauer des Diemtgeldsprästandi allein nicht
widerlegen , vollends wenn man sich erinnert dafs,
wie liier unumgänglich vorausgesetzt wird, die
ehemahiigc Naturalprästation der ungetnessenerv
Dienste cqnstirt, an deren Stelle das Dienstgeld ge*
zahlt wird, und dafs durch ganz klare, keiner Deu-
teley unterworfene Worte die ungemessenen Dien-
ste aufgehoben sind. Diese Dienste sind aber durch
keinen wechselseitigen Vertrag, nicht durch die
Einwilligung beider Theile, zu einem jährlichen
Geldprästando gesetzt; es kann nicht angenommen
werden dafs die Gutsherrschaft sich ihrer ungemes-
senen Dienstberechtigmig begeben habe, und dafs
mit Zustimmung der Pflichtigen anstatt der unge-
messenen Dienstpflicht ein gemessenes Prästandum
festgesetzt worden; sondern der Dienstherr hat
durch Verjährung und folglich gerade gegen die Ein-
willigung der Dienstpflichtigen das Recht erworben
für die Leistung der ungemessenen Naturaldienste
ein jährliches Aequivaient an Gelde zu fodern. Die
uugemessene Dienstpflicht bleibt trotz der Verjäh-
rung, nimmt man die Sache genau, immer noch
bestehen, nur das Hecht die Naturaldienste zu lei-
sten haben die Pflichtigen verloren.
Wenn der Dienstherr zu der Berechtigung das
Dienstgeld für ungemessene Dienste zu fodern,
durch

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