Full text: Volume (Bd. 3 (1811))

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Tribunal zu H. noch den Friedensrichter zu D. com-
mittirt haben; jenen um die Aussage einer schwah*
geren Frau, diesen um die Aussage einer Frau, wel-
che einen kranken Fufs hatte, zu vernehmen.
1) Weil bey Ehescheidungsklagen das Verhör der
Zeugen in Gegenwart der Partheien und ihrer
Rathgeber oder Freunde, deren von jeder Seite
drey mitgebracht werden können, geschehen mufs.
s) Weil die Partheien oder ihre Anwälde den Zeu-
gen zweckdienliche Bemerkungen und Einwnrfe
machen dürfen.
Indem man nun die Zeugen durch ein fremdes
Tribunal äbhören läfst; so benimmt man den Par-
theien oder ihren Anwälden die Befugnifs den Zeu-
gen ihre Bemerkungen oder Einwürfe vorlegen zu
können. In diesem Falle wird das Gesetz nicht
befolgt.
Bemerkungen und Einwürfe können bey dieser
Art von Verhandlungen von der grössten Wichtig-
keit seyn; sie können eine Aussöhnung zwischen
den Eheleuten veranlassen, oder über die ganze
Sacke nützliche Aufschlüsse geben.
Die Tribunale müssen sich also sehr in Acht
nehmen * die Ausübung eines den Partheien und ih-
ren Anwälden zustehendes Rechtes, dessen Be-
nutzung ihnen wichtig ist, zu schmälern.

Nicht

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