Full text: Volume (Bd. 3 (1811))

35i

hier der Präsident die i^lägige Frist in dieser, sum-
marischen Sache nicht abkürzen? Gewifs stehet die-
sem Rechte, ja dieser Pflicht, ohne welche die Ge-
rechtigkeit leiden würde, in diesem Falle so we-
nig, als in jenem, das Mindeste entgegen. Aber
worin lag der Grund? Nie in der Eigenschaft und
Natur der Sache seihst, sondern stets in einem sie
begleitenden besonderen Nebenumfiande; denn wenn
die Sache selbst den Character der Eil an sich trägt
und der Kläger dabey seinen Endzweck, sein Recht,
erlangen kann; so hat das Gesetz im Art. 337. im
/j.ten Abschnitte für ihn schon gesorgt, und er be-
darf des im 22. Art. genannten Präsidialrechts nicht.
Reicht diese gesetzliche Hülfe nicht hin; so mufs
er zum Art. 22., der Beklagte aber nöthigen Falls
zum Art. 34. seine Zuflucht nehmen.
Wenn ferner die in den ordentlichen Procefs ge-
hörige Klage kürzere Fristen, nach jenem End-
zwecke, erfordert; so liegt der Grund noch weni-
ger in der Sache selbst, sondern allemahl in Ne-
benumständen. Ueberall mögte die Bemerkung
hier einen schicklichen Platz finden, dafs lediglich
die Grade der Eil einer Sache, ohne Rücksicht auf
deren Natur und Eigenschaft, oder ohne gerade
zwischen dem summarischen und ordentlichen Pro-
cesse unterscheiden zu müssen, die einzig richti-
gen Bestimmungsgründe bey dem gerichtlichen Ver-
fahren abgeben können.

cf.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer